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Die heiße asiatische Mutter Koi Miyamura wird böse mit zwei schüchternen jungfräulichen Jungen Sie, welche von unsern Reisenden noch mit aller Zähigkeit für echte Hedjas-Araber er- 38 Erstes Buch. Leichen, Skelete, Schädel, vorzügliche, in reicher Fülle gebotene Forschungsobjecte. NocIi hat das Land seine Messen, seine religiösen Feste. In ähnlicher Weise verhalten sich die Buschmänner in Südafrika. So liess sich die Kupplerin Hecquet noch in hohem Alter den Kopf von einem jungen 1 Bachaumont ,Anecdotes piquantes' S. Mit Abbildungen. Trotz dieser Begriffsverwechselung hat sich der Name Kabyle namentlich in Frankreich gewisser- maassen als Volksbezeichnung eingebürgert. Nicht Sex In Derschule mindesten besser gekleidet als die zerlumpten und schmierigen Kerle in seinem Gefolge, zeichnete er sich doch durch hervorstechende Waffen aus. Er wurde schon mit 14 Jahren durch die auf dem Gebiete der Prinzenerziehung offenbar viel bewanderte Düthe in die Greheimnisse der Liebe eingeweiht und richtete sich noch in demselben Jahre in der rue Saint-Lazare No. Noch in neuerer Zeit haben deren stattgefunden. Geist und Wesen der Aufklärung. Hagenbeck öffentlich ausgestellten, so cliarak- ristisch beschaffenen Bedja zum Theil dem Jäger- amme der Homran angehörend den nord-westarabischen Huren Cloppenburg vpus wiedererkennen zu wollen. Sie atmen die leidenschaftlichste Hingebung, es sind , Gemälde, in denen alles. Aus dieser Kreuzung ist ein interessanter Mischtypus mit im ganzen schärferer Profilbildung hervorgegangen, als die sonst stumpfern Physiognomien der Orma sie darzubieten pflegen. Wenn unter den Bedja- nomaden Nubiens und Sennars heutzutage jene freie, zugleicli mit dem Islam Arschlecken Sex Stammesverfassung vielfach verändert wurde, so waren daran die Einflüsse der Könige der Funje und später auch der Türken schuld.

Der Schekli ist Anführer im Kriege, er leitet die für den Stamm nöthigen Unterliandlungen, er be- stimmt den Lagerplatz, er bewirthet hervorragende Hesncher.

Trotzdem ist er nicht eigentlich Fürst, wie- wol seine Würde sich in gerader Linie forterbt. Burck- hardt erwähnt, dass selbst die mächtigsten Anführer der syrischen Aeneze nicht die geringste Strafe über den Aermsten ihres Stammes verhängen dürfen, ohne sich einer tödlichen Rache des betreffenden Indivi- duums und seiner Verwandten auszusetzen.

Bei Rechts- liändeln innerhalb eines Stammes rufen die Parteien wol den Ausspruch des Schekh an, oder sie vergleichen sich miteinander, oder sie unterwerfen sich den Sen- tenzen des Kadi el-Arab, dessen Würde ebenfalls erb- lich ist.

Selbst eine Art Gottesgericht existirte in der Syrischen Wüste, dessen Verhängung durch den Ober- richter, Mebesschae, erfolgte. Körperliche Strafen gibt es ursprünglich nicht, sondern nur Bussen an Geld und Naturalien.

Derartige freie Einrichtungen entsprachen nun dem Sinne aller jener Nomadenvölker verschieden- artiger Nationalität, welche die weiten aussichtsvollen Wüsten und Steppen Ostasiens und Nordafrikas durch- wanderten.

Hierzu kam der Islam mit seinen mit der. Anschauungsweise so einfacher Naturmenschen sich sehr wold vertragenden Satzungen.

Wenn unter den Bedja- nomaden Nubiens und Sennars heutzutage jene freie, zugleicli mit dem Islam eingeführte Stammesverfassung vielfach verändert wurde, so waren daran die Einflüsse der Könige der Funje und später auch der Türken schuld.

Denn diese Mächte verliehen, kraft ihrer über- legenen Waffengewalt, den Bedja-Scliekhs grössere Rechte über ihre Stammesangehörigen, um unter diesen mehr Tribut zusammentreiben lassen zu können.

Ihre Abgesandten übernahmen wol öfters persönlich das Amt von iVügelprofosen gegen widerspenstige Steuerpflichtige. Wo im Magreb sich das Türkenthum festgesetzt hat, da ist es mit der Reduinenfreiheit ebenfalls trübe ge- worden, und in Algerien soll es seit der französischen Afrikanische Monschcnstämmo und di n n WohiisjtZ' Occupation kaum besser aussehen.

Nun muss frcilicli anerkannt werden, dass compactere staatliche Gruppen solche Zügellosigkeit freien Nomadentliunis innt'ilialb ihrer eigenen Grenzen nicht dulden durften, ohne da- mit die Grundfesten ihrer eigenen Macht zu ge- fährden.

AVir können uns demnach wol vorstellen, dass ein- geborene Stämme des nordwestlichen Afrika, die Gesetze tler Araber und deren Sprache annehmend, ihre zunft- artige Abgeschlossenheit in Stämmen und Lagern durch Jahrhunderte hartnäckig weiter behaupteten.

Hatten nun wirklich einmal arabische Eindringlinge in diesem oder jenem der angeführten Nomadenstämme nume- risches Gewicht erlangt, so mochte dadurch auch das physische Aussehen der Glieder des betreffenden Tribus beeinflusst werden , sodass sich innerhalb desselben wirklich hervortretendere semitische Körpermerkmale ausbildeten.

Aber annehmen zu wollen, dass ganze Tribus von Einwanderern aus dem ohnehin schwach bevölkerten Arabien sich in diesen Ländern des Magreb in völliger typischer Reinheit erhalten haben könnten, das muss an der Hand der Erfahrung durchaus zurückgewiesen werden.

Dasselbe gilt von jenen an- geblich reinen Araberstämmen, welche die Sudanstaaten unter den Namen Uled-Soliman, Schua oder Schiwa n.

Die einfache schlichte Versicherung unserer Reisenden Barth, Nachtigal u. Eine solche aber würde sehr voraus- sichtlich die über jene centralsudanischen Stämme ver- hängte Semitentheorie ebenso zu Falle bringen, wie es jetzt selbst angesichts der Hagenbeck'schen Nubier vor dem Richterstuhle bewährter Anthropologen mit HARTMASS.

Entweder sind jene obenerwähnten Beduinen Centralafrikas ver- sprengte Bedjastämme, oder sie sind Berbern, hier und da vielleicht mit etwas Araberblut gemischt.

Spä- tere, von tüchtigen Untersuchern vorgenommene For- schungen werden ja auch hierüber die letzte Entschei- dung bringen.

Dass die arabische Sprache hier nicht in Betracht kommen darf, welche ja als Glaubens-, als Schrift- und Verkehrssprache die einheimischen Idiome theils schon verdrängt hat, theils noch immer verdrängt, ist bereits anderweitig hervorgehoben worden.

Zu ihnen gehören zunächst die Berun oder Burun, die Ingassana oder Bewohner des Tabigebirgs und die Hammedj der Länder Roseres und Fasogl.

Im weitern Sinne schei- nen aber auch die dunkelhäutigen Bewohner des Abay, die Basena oder Bewohner von Basen Westabyssinien , sowie die VAlen in dem sonst vom Nobavolke be- wolinten Takla, Tagela oder Tegeli in Südkordufan echte Funje zu sein.

Icli zähle die letztern zu jenen iliedern der Nigritier, welche die Uebergänge zu den Bedja, Berabra und Berbern bilden. Die Funje erlangten im Jalirlmndert durch ge- waltsame Unterdrückung des Staates Aloa S.

Sie grüudeten das Relcli Sennar und erlangten die Hegemonie über eine Anzahl auch entfernter woli- nender Stämme von Nubion, Taka und Kordufan.

Vom Heidenthume zum Islam bekehrt, geriethen die Funje als Grenznachbarn der Abyssinier mit letztern, bekanntlich schon alten Christen, in häufige Fehden.

Xoch im vorigen Jahrhundert fand ein abyssinisches Heer in den Wäldern von Sennar durch die allezeit kriegsbereiten Funje seinen Untergang.

Allmählich aber doch an Macht und an Einfluss verlierend, von Innern Zwistigkeiten zerrissen, wurden die Funje im dritten Jahrzehnt unsers Jahrhunderts nacli allerdings sehr tapferer Gegenwehr eine Beute jener desperaten Kriegsvölker, mit deren Hülfe Mohammed-Ali-Pascha von Aegyp- ten seine Herrschaft südlich der nubi- schen Grenze zu bereichern wusste.

Infolge der Berührungen zwischen Funje, Berabra, Bedja, Noba und nigritischen, sowie abyssini- schen Sklaven aus verschiedenen Gegenden Central- afrikas sind in Unter-Sennar, ferner in Kordufan Misch- völker entstanden, welche im allgemeinen von nigri- tischem Habitus, der Hauptsache nach die körperlichen Eigenthümlichkeiten der Berabra darbieten, deren Blut in diesen Mischlingen vorherrscht.

Es gibt unter solchen Leuten ganze Familien, die dunkler gefärbt und mit flachem Gesichtszügen versehen sind, als andere, die sich durch hellere Färbung und durch ein schärfer l]C Erstes Buch.

Diese Schwankungen sind eine Folge der bald stärkern, bald schwächern Ein- impfung von nigritischem Blut. Die Schwankungen können sich in einer Familie, je nachdem Heirathen mit Vertretern dieser oder jener Nationalität unter- nommen werden, in absteigender Linie wiederholen, auch können Rückschläge bald nach Berabra, bald nach Funje, nach Bedja oder dergleichen hin stattfinden.

Daher bildet dieses Mischlingsvolk, dessen geographische Ausdehnung übrigens von Jahr zu Jahr wächst, wegen der Unbeständigkeit seines Nationaltypus ein wahres Kreuz für den Anthropologen.

Die an dieser Mischung theilnehmenden Stämme zeigen eine so grosse nationale Verwandtschaft miteinander, dass ihre Mischehen sehr fruchtbar sind.

In den Strudel dieser Kreuzung sind nun seit Jahrzehnten, seit das türkisch-ägyptische Säbel- regimeut in gleichmachendem centralisirendem Vorgehen die ehemals vorhanden gewesenen nationalen Schranken zwischen den nubischen Stämmen beseitigt hat, nament- lich die den Bedja angehörenden Dj aalin hinein- gerissen worden.

Es war dies ein zahlreiches und tapferes Volk am obern Nillauf, dessen Melik oder Fürst, im vorigen Jahrhundert noch ein Vasall der Funje, dann unabhängig geworden war und zu Schendi residirte.

Die Djaalin verbanden von jeher Energie und Schlauheit mit Hochmuth und religiösem Dünkel. Sie waren glaubenseifrig, und in keinem andern Volke Ostsudans haben sich mehr Fukaha oder Schriftgelehrte des Islam entwickelt, aus keinem Stamme dieser Gegen- den sind mehr der niedern Geistlichen, der Frömmler- gemeinden Fukra und mehr Missionare des Islam hervorgegangen, als aus der Mitte der Djaalin.

Schon mit ihrem Volksnamen Djaali! Im Jahre gelangte der zur Eroberung von Sennar ausgesandte ägyptisclio Prinz Ismail- Pascha nach seinem Siege über die Schaikie oder Schekie bei Korti nach Schendi, Hier hielt damals Melik El-Nimr, ein stolzer, unabhängig gesinnter Mann, sein schlichtes Iloflager ab.

Unfähig, sich dem mit Artillerie ver- sehenen und mit Musketen bewaffneten, durch vorzüg- licho Reiterei verstärkten Aegypterheere in offenem Kampfe zu widersetzen, unterwarf sich El-Nimr zähne- knirschend dem Pascha.

Letzterer fügte seinem neuen Vasallen im osmanischen Uebermuth, trunken von Me- risi oder Sudanbier, eine schwere Beleidigung zu.

El- Nimr rächte sich dadurch, dass er den Pascha sammt seinem Stabe bei nächtlicher Weile überfiel und inden jenen Türken zum Aufenthalte dienenden Strohhütten verbrannte.

Infolge dieses Attentates flüchtete El-Nimr nach May-Gogwa an der abyssinischen Grenze. Seine getreuen Djaalin zogen zu ihm und scharten sich um ihn her.

Durch Unzufriedene aus allen Theilen Ost- sudans und durch abenteuernde Abyssinier verstärkt, führten El-Nimr und der Djaalin-Schekh Abu-Roasch einen langjährigen blutigen Guerrillakrieg gegen die Aegypter.

Nach des Melik Tode setzte der namentlicii durch König Tedrus, den Helden von! Magdala, auf- gehetzte Sohn Hasan Woad Wolled Ninir den Krieg fort.

Dieser hat erst vor kurzem auf gütlichem Wege sein Ende erreicht. Nach dem Verrathe wju öcliendi eröffnete Ismail- Paschas Schwager, der grausame Mohammed Bey-el- Defterdar, einen Rachekrieg gegen die aufsässigen nubi- schen Provinzen, Hess etliche tausend Berabra und andere Eingeborene über die Klinge springen und gab das ganze nubische Nilthal dem Verfall, der Verarmung preis.

Die Djaalin haben sich seit jener Zeit in alle Winde verzogen. Sie, welche von unsern Reisenden noch mit aller Zähigkeit für echte Hedjas-Araber er- 38 Erstes Buch.

Das den obern Nillauf zwischen Kliartum und Berber, sowie Untersennar bewohnende, ebenfalls sehr nigritisch-gebildete Mischvolk zeigt eine starke nationale Unterlage von Djaalin.

Zu diesen Völ- kerschaften gesellen sich einige in vielfacher Hinsicht noch räthselhafte Stämme, die zwar schon von vielen Reisenden besucht, aber trotzdem von keinem einzigen derselben in befriedigender Weise beschrieben worden sind.

Ich meine hiermit die Tibu oder Teda, die Ka- nori oder Kanuri und die Fulan oder Felata. Erstere hausen in der östlichen Sahara, in Tibesti, Wadjanga, Borgu, in welchen Gebieten sie frei sind, ferner in Kauar, wo sie von den Kellui Tuarik , in Fesan, wo sie von den Türken tyrannisirt werden, endlich leben sie zerstreut durch viele Gebiete Centralsudans.

So weit die vorhandenen Beschreibungen und figürlichen Abbildungen uns zu selbst nur vorläufigen Schluss- folgerungen berechtigen, dürften sich diese meist schlank und edel gebildeten Leute den Berbern und den Bedja eher anreihen lassen als den Negern.

Auch sollen die Blemmyer, deren Angriffe auf die Nilbewohner und deren Besiegung durch den christ- liclien Nubicrkönig Silco eine Inschrift im Tempel zu Talmis oder Kalabsche besingt, theils den Teda, tlieils den Bedja angehört haben.

Die Fulan oder Fulbe, Einheit Pullo, die Felata, der OstsudaiRson. Manche ihrer Gemeinden haben sich bis in die Hausaländer und nach Bornu eingeschmuggelt.

Ilagere Leute von schlankem Glieder- bau, von wenig krausem Haar, etwas Bartwuchs und von röthlich-brauner, öfters aber auch noch dunklerer Färbung, eine Sprache redend, welche nicht geringe Anklänge an die berberinische S.

Die Kanori in Bornu endlich sind Nigritier, zu denen auch die Bewohner von Bagirmi, W'aday, sowie die zahlreichen theils in den letztern Sudan-Staaten, theils in deren Süden wohnenden Bidduma, Bulala, Musgu und noch andere, von unsern bisherigen Reisenden leider nur sehr mangelhaft charakterisirte , dunkelhäutige Stämme gerechnet werden müssen.

Die Nigritier S. Von letztern sind freilich bisjetzt erst sehr wenige nach wissenschaftlich-anthropologischer Methode untersucht worden.

Van der Hoeven, Fritsch, Bilharz, Falkenstein, Köhler und der Verfasser dieses Büchleins sind fast die einzigen, welche dem Nigritier in seinen Heimatländern buchstäblich auf den Zahn ge- fühlt, ihn als ganzen Menschen, als ein Ob- ject der Naturbeschreibung, ins Auge gefasst haben.

In vergleichend ethnographischer Darstellung hat Schweinfurth die Nigritier meisterlich beleuchtet.

Bastian, Güssfeldt und Pechuel-Lösche erwiesen sich als vortreff- liche Erforscher der nigritischen Sitten und Gebräuche- In ähnlicher Weise haben Burckhardt, Rueppell, Russ.

Freilich müssen wir lebhaft bedauern, dass es den ebengenannten hervor- ragenden Reisenden nicht vergönnt gewesen war, das Küstzeug des durchgebildeten Anthropologen, der zugleich Arzt, am besten Anatom sein muss, in An- wendung bringen zu können.

Angesichts der angedeuteten Verhältnisse fällt es uns sehr schwer, aus der Unmasse von ethnologischen An- gaben, welche uns von verschiedener Seite über die Nigritier vorliegen, ein einigermaassen genügendes Bild hinsichtlich der Abstammung und Vertheilung der scliwarxen Völker Inner- und Westafrikas zusammen zu construiren.

Nachfolgendes darf daher nur als ein vorläufiger schwacher Versuch dazu aufgefasst werden. Ich habe oben bereits mehrfach angedeutet, dass die bislier abgehandelten Stämme der Berbern u.

Zu den Nigritiern reichen von Norden und Osten her die Funje, die Teda, Orma, die Mandinka oder Mandingo, die Wolof als verbindende Glieder herüber.

L-i v.. An die luiije schliessen sich die den Süden der Halbinsel Sennar bewolinenden Stämme und dlo Völker Niam-Niam. Unter letztern behaupten die Schilluk die nächsten Verwandten der Funje zu sein.

Geschiclit- lich ist nun wenigstens erwiesen, dass die heidnischen Zerstörer des Aloa-Reichs S.

Alle Stämme des Weissen Nil gehören bis auf die Bari einem völlig gemeinsamen physischen und Sprachstamme an und wenn wir die grosse Gruppe der 42 Erstes Bucli.

Auch die im Süden Bornu's hausen- den Musgu S. Mit den Sande oder Niam-Niam im Centi-um beginnt eine sehr ausgedehnte Yölkergruppe, Fiy.

Der Monbuttu-Könie 44 Erstes Buch. Auch die von Livingstone, Cameron und von Stanley beschriebenen Wanyema, Waguha, Warua, sogar die Wanyamesi im Osten und im südlichen Innern, die Balonda und Ban- dombe scheinen sich jener Gruppe anzuschliessen.

Wie eine isolirte Völkeroase nehmen sich aber nach den bisherigen durch Schweinfurth gewonnenen Er- fahrungen die kannibalischen, im Bereiche des Uelle- flusses wohnenden Monbuttu aus.

Unser Reisender be- merkt, dass mindestens 5 Procent dieser einen nicht unbedeutenden Grad von Civilisation darbietenden Na- tion grau-blondhaarig seien, dass alle eine hellere Haut- farbe und stärkern Bart wie die Niam-Niam hätten, sowie dass sie vielfach eine krankhafte Unruhe in den Augen wahrnehmen Hessen.

Die Nase der Monbuttu soll häufig durch ihre grössere Länge und Krümmung auffallend von der gewöhnlichen Form der Negerrassen abweichen und an semitische Profile erinnern.

Ver- fasser dieses Werks kann nun versichern, dass die von Schweinfurth präparirten und in natura vorliegen- den Monbuttuschädel einen durchaus dolichocephal- nigritischen Charakter an sich tragen.

Halten wir uns aber für jetzt an Schweinfurth's Darstellung, so finden wir diesen Forscher geneigt, die Monbuttu mit den Fulbe in verwandtschaftliche Beziehung zu setzen.

Die falbe Haarfarbe würde uns bei Afrikanern nicht allzu absonderlich erscheinen, zumal sie doch allem Vermuthen nach nur einem gewissen Procentsatze jener Kannibalen- bevölkerung eigenthümlich ist.

Auch steht entwickelterer Bartwuchs keines- wegs ohne Beispiel in der Negerbevölkerung da, wie dies unter vielen andern durch die beigegebene, sehr charakteristische Abbildung Stanley's, der bekanntlich mit dem photographischen Apparat arbeitete, bezeugt wird.

Diese genannten, im Osten des Tanganika- Sees wohn- haften Stämme bilden den Uebergang zu den Balonda und theils durch diese, theils direct zu den A-Bantu.

Aber auch die Bedjastämme müs- sen in Vergleich mit den Mon- buttu gezogen werden. Wir dünken uns nämlich ebenso iXiit im Recht, diese Leute den Beduinen von Kordufan, Sennar und Taka beizuge- sellen, wie andere sich im üecht glauben, letztere als Abkömmlinge der Araber verzeichnen zu dürfen.

Wenn man nun mir gegenüber bei dieser Gelegenheit behaupten will, dass unter den Bedja sich auch an die arabisch- jüdischen syro- arabischen erinnernde Physiognomien vorfänden, so antworte ich darauf zweierlei: entweder ist das ein sich überall wie- derholender Zufall oder, es können die dem afrikanischen Völkercomplex angehören- den Bedja durch Heirathen mit syrisch-arabischen Ein- wanderern Nachkommen hervorgebracht haben , bei denen gelegentlich der letztere Typus in atavistischer Weise wieder zum Durchschlag gelangt.

Zu den Nigritiern des afrikanischen Nordostens ge- Fiff. Alle dieser Familie angehörenden Tribus zeigen unter- einander eine gewisse Aehnlichkeit in ihrem physischen Habitus.

Es sind hochgestaltete, dunkelgefärbte Leute mit wollig-gekräuseltem Haar und einer meist ent- wickelten Nasenbildung. Die Nase tritt bei ihnen noch aus dem Antlitz heraus, und zwar theils gerade, theils gebogen.

Sie zeigt seltener die starke Einsattelung und Plattheit wie bei den Niam-Niam und bei vielen west- lichen Stämmen. Am Schädel der Schilluk wird z.

Die Sprachen der Schilluk, Denka und Bari haben viel Aehnlichkeit miteinander. In den südlichen Bergdistricten von Kordufan leben die Nobastämme, Nigritier mit häufig ebenfalls ent- wickelter Nase und mit nicht selten üppigerm Haar- wuchs.

Unter ihnen haben sich, namentlich in dem Ge- birgslande Takla oder Tekele, Funje Schilluk nieder- gelassen, welchen letztern die edelsten Familien des Landes angehören sollen.

Die Noba reden eine den berberinischen Dialekten ähnliche Sprache und es ist nicht unwahrscheinlich, dass in ihnen die eigentlichen Stammväter der Berabra zu suchen sind, welche viel- leicht vor alten Zeiten von Kordufan aus ihre erobernden Unternehmungen gegen das nubische Nilthal und gegen Sennar ausgeführt haben.

Afrikanische Monschenstämmc und deren Wohnsitze. Die Mittuvölker, welche nach Schweinfurth eine Gruppe t iMen, nähern sich den Schilderungen dieses Reisenden.

In Für sehen wir neben mancherlei Solengo oder Solendj, d. In West Sudan nehmen eine bedeutendere Länder- strecke die Hausastämme ein, Nigritier mit weniger ent- wickelter, in ihrem Rücken eingesenkter, breitgetlügelter Nase und mit wulstigen Lippen, eine gut veranlagte, lebhafte und empfängliche Nation, welche den Einfluss ihres zwar auf dürftiger Stufe verbliebenen, aber doch in gewisser Eigenart entwickelten Culturlebens selbst bis nach Aschanti und in die am Golf von Benin ge- legenen nigritischen Staaten hineinzutragen verstanden.

Ausser den Hausa haben die nigritischen Sonray im Nigergebiet eine geschichtliche Entwickelung auf- zuweisen. Schon im ersten Jahrtausend unserer Zeit- rechnung tauchen Hauptstädte der Sonray zu Kukia und Gerho aus dem Nebel der sudanesischen Staaten- geschichte empor.

Aegyptische Missionare scheinen den Islam zu den Sonray getragen zu haben, wenigstens deu- ten gewisse Ueberlieferungen auf einen solchen Vorgang hin.

Sonray wurde später durch die meist berberischen 48 Erstes Buch. Marokkaner zerstört, welche sich in den eroberten Ländereien ansiedelten und hier Anlass zur Bildung Ton Mischlingen, den Arama oder El-Ruma, gaben, die noch jetzt mitten unter den physisch wohlgebildeten Sonray erkennbar sein sollen.

Wieder ein anderes grosses Reich in Westsudan, näm- lich Melle oder Melli, wurde von den Mellinke oder Fig, Mandenke, Mandinka, Mandingo gegründet.

Auch diese sind echte Xigritier mit zum Theil geraden, zum Theil namentlich beim niedern Volk eingedrückten Käsen mit breiten Flügeln und von hoher, schlanker Gestalt.

Melli ist längst zerfallen, allein die Mellinke oder Leute von Melli sind heute noch ein zahlreiches, in Westafrika weitverbreitetes Volk.

Ans der '. Aus Gefangenen wird die desperate, stets zum Losgehen bereite Leibgarde der Sofa gebildet. In den Landschaften, welche gegenwärtig als Trüm- mer der ehemaligen Reiche Sonray und Melli angesehen werden, herrschen wunderliche, zum Theil sehr ver- wickelte politisch-ethnische Verhältnisse.

Bambara und deren Gefangene, Fulan, Ilausaleute, Sonray und Ber- l ern streiten sich hier in aufreibenden Fehden um die Obrcacht.

Die grosse Handelsstadt Timbuktu ist schon seit lange Sitz der raffinirtesten politischen Intriguen sowie ein vielfach umstrittener Besitz gewesen.

Es wieder- holen sich hier heutzutage Vorgänge, wie sie bereits vor Jahrhunderten in Afrika unter dem Einflüsse der islamitischen Sendboten sich einleiteten und wie sie jahrhunderte- lang fortdauerten.

Und wie zum Hohne sind es seit Generationen auch viele schwarze unverkennbar nigritische Mekka- pilger, die Tekarine, Einheit Tekruri, welche Afrika in der Richtung von Westen nach Osten und umgekehrt durchstreifen, die den Islam unter ihren heidnischen und halbheidnischen Rassenangehörigen nicht nur mit Feuereifer predigen, sondern sogar mit Feuer und Schwert zu verbreiten suchen.

Unter diesen schwarzen ascetischen Männern fanden sich einige hervorragende, furibunde Geister, welche grossen politischen und religiösen Einfluss über mäch- tige Länderstrecken ausgeübt und ihren Namen in die Gedenktafeln der Geschichte Afrikas mit flammenden Zügen eingegraben.

Dazu gehören u. Hadj Omar, der ja mit den Franzosen am Senegal einen erbitter- ten Krieg geführt hatte, dann von General Faidherbe besiegt, sich nach dem Innern wandte und hier in heissen Kämpfen der verlotterten PuUoherrschaft zu Hamdallahi am Niger ein Ende machte, ferner Dan- fodio, jener S.

Was war denn seltst Schekh Mohammed-el-Amin anders denn ein ehemaliger Anführer von Kanembulanzen- trägem, was war er anders als zugleich ein energischer Fakih S.

Er war von gemischt- nigritischer Abkunft, aus Fesan gebürtig und gab einem neuen Staatssystem, einer neuen Dynastie das Leben. Diese im grossen sich vollziehenden Vor- gänge finden aber ihre Nachahmung in Tausenden von geringern Ereignissen.

Ueberall spielen schwarze Te- karine die Holle von Marabouts, wie man dergleichen von anderer Seite aus hauptsächlich nur den Arabern zuschreiben möchte.

Der Islam treibt seine üppig wuchernden Wurzeln jetzt immer tiefer nach Westafrika ""''M. Sogenannte maurische, d. Bekanntlich gestattet der Koran den Gläubigen selbst auf heiligen Fahrten gelegentlich kleine Geschäft eben zu machen, warum sollte denn nicht auch der maurische Gläubige in den Ländern des schwarzen Magreb, im Sudan, das Angenehme mit dem Göttlichen verbinden können, hier oder dort Tücher und Glaskorallen ausschachern und mitunter dabei zu- gleich den Houris im Paradiese Lieblinge gewinnen?

Gewöhnlich dünkt man sich bei uns vom hohen Throne der modernen Cultur herab das Leben der faulen Nigger in öder einförmiger Unfruchtbarkeit des Daseins einherschleichend , etwa wie ein modriges Torfrinnsal.

Dabei macht man sich aber eben bei uns, wo neben tiefster Bildung doch auch ein guter Theil von Halb- wisserei und von gänzlicher Unwissenheit ihre Plätze behaupten, selten einen auch nur entfernten Begriff von dem zwar eigenartigen und in seiner Qualität be- schränkten, trotzdem jedoch ungemein regen politischen, religiösen und socialen Treiben in den Sudanländern I Hier sollten erst Völkerpsychologen ihre Studien machen!

Das ganze westliche Afrika, südlich vom Flusse Senegal, wird von Nigritiern bewohnt, welche wie- derum in zahlreiche Stämme zerfallend, immer doch durch ein gemeinsames Band des physischen Habitus, der Sprachen, Sitten u.

Tief im Innern von Afrika, südlich vom Aequator, herrscht in seiner beliebig hier und da aufrichtbaren Mussumba oder Residenz der Muata-Yanvo Muata-ya- Nvo , von dessen Macht und Reichthum bereits ältere Berichte soviel Frappirendes darzustellen wussten.

Unserm Landsmanne Dr. Pogge ist es ja geglückt, diesen grossen Nigritierfürsten in der Mussumba be- grüssen zu können.

Sein Volk, die Balonda, scheinen nach dem wenigen Vorliegenden die physiognomischen Eigenthümlichkeiten der Niam-Niam, Fan und Loango- Schwarzen mit denjenigen , der A-Bantu oder Kaffern zu vereinigen.

Eine ähnliche ethnologische Stellung nehmen die Guissama oder Quissama in Angola süd- lich vom Coanza ein. Unter diesen finden sich zum Theil Leute mit eingedrückten Nasen und flechtbarem Haar, wie die Niam-Niam und die von Livingstone, Cameron und Stanley aufgeschlossenen Völker des Tanganika sowie auch der Ogowegebiete.

Ferner finden sich darunter Leute mit der schärf ern Profilirung der Bedja, endlich solche mit den mehr breiten, rohen, bauerischen Gesichtern der Zulu und der Xosa.

Ich will keineswegs behaupten, dass die Quissama alleinige oder selbst nur vorzügliche Träger solcher variirender physiognomischer Verhältnisse seien, ich nehme sie be- sonders deshalb ins Augenmerk, weil sie durch den Photographen Joaque einen ganz vortrefflichen Dar- steller fanden.

Siehe Fig. Dagegen zeigen wieder die Ga, die Aschanti und Fanti der Goldküste Fig. Südlich vom Tanganikasee erstrecken sich bis gegen den mittlem Lauf des Zambezi hin eine Reihe von 54 Erstes Buch.

Völkerstäramen, welche, soweit die geringen bisher über sie verbreiteten Nachrichten uns zu Schlüssen be- rechtigen, ebenfalls eine zwischen den centralafrika- nischen Nigritiern und den A-Bantu vermittelnde Stel- lung einnehmen, ähnlich wie die Balonda u.

Gewisse dieser Stämme, wie die Man- ganja im Schiregebiete, sind durch die schrecklich ent- stellende Gewohnheit auffällig, in Lippen- und Ohrzipfel grosse Holzpflöcke zu stecken, eine an die bekannte rohe Schmückungsmethode der brasilianischen Botocudos oder Engräckmung erinnernde Verunstaltung.

Dieselbe findet auch bereits bei den nördlicher wohnenden Mittu- Luba und bei andern Mittu statt, sie wird selbst in be- schränkter Weise von den Musgu im Süden vom Logon- gebiete , endlich von den Kadje im Westen des Tsad- sees geübt.

Die A-Bantu oder Kaf- fern nehmen heutzutage die Südseite Afrikas zwischen dem Kunene, der Walfischbai und dem Zambezi bis gegen die Winterberge und den Keiskamraa hin ein.

Sie um- fassen die Gruppen der Amaxosa, Amazulu , Betchuana, der Ova-IIerero und Owambo. Die Betchuana dagegen wohnen zwischen dem Oranje- fiuss und dem Zambezi.

Urnen gehören sehr wahr- scheinlich noch melirere an den letztern grossen Strom grenzende Stämme an, wie z. Machololo, Maschona, Banyny und Batoka.

Die Amazulu, ein wilder, energischer Eroberer- stamm, dessen physische Stärke, militärische Dressur lind Fechtweise in gescldossenen Gliedern ihm eine grosse Ueberlegenheit über die schwächern Nachbar- völker verschaft'en musste, hat in Südostafrika beträcht- liche politische Veränderungen zu Wege gebracht.

Ganze Erstes Buch. Nationen, allerdings auch von A-Bantu selbst und ein Theil der Hottentotten, sind durch jene Eroberer aus- einandergerissen und zerstreut worden.

Gewisse Keste derartig zersprengter Kafferstämme haben sich unter das sie kräftig schützende englische Protectorat be- geben.

Es sind dies die oftgenannten Amafengu oder die Fingoes, welche jetzt in den lleihen ihrer Beschützer Ein Mtuta. Ihnen nahe verwandt sind die bis an den Kunene reichenden Owambo.

Als ein gewissermaassen rasseloses Volk dagegen sind die Bergdamara zu betrachten, die aus vielen heterogenen Elementen bestehend, vor ihren zahlreichen Bedrängern felsige Districte an den Grenzen der Kalihari in Besitz genommen haben.

Woher sind alle die A-Bantu gekommen? Nicht wenige europäische Reisende machen, wiewol nicht mit Recht, auf die der europäischen sich angeblich nä- hernde Körperbildung vieler dieser Stämme aufmerk- sam, sie sprechen sogar von unter jenen vorkommenden semitischen Physiognomien und Sprachlauten.

Die Bantuvölker üben die Beschneidung aus und er- innert bei ihnen manches an die Sitten der Stämme Nordostafrikas. Ihre eigene, allerdings nur dunkele Tradition weist auf einen nördlichen Ursprung hin.

Fritsch bemerkt, dass nach den Erkundigungen eines sehr zuverlässigen englischen Colonialbeamten selbst unter Fingoes die Erinnerung an gewisse schriftliche Aufzeichnungen, die in den ewigen Kriegen zerstört worden wären, noch bis heute nicht verloren gegangen sei.

In der That mahnt das ganze Sein der heutigen Kaffern an einen intellectuellen Rückgang derselben.

Indessen er- innern hier im Süden Afrikas vorkommende Trümmer ehemaliger Staaten und die Reste mächtiger Bauwerke daran , dass selbst die jetzt so versimpelten Kaffern einmal im Stande gewesen sein könnten, bedeutendere Schöpfungen auf politischem und materiellem Gebiete auszuführen.

Ihm waren die Goldwäschereien unter- thnn, deren einer Theil noch jetzt mit so grossem Krfolge von neuem bearbeitet wird.

Stanley bemerkt, dass Monomotapa ehemals jenen Theil des südöstlichen Afrika eingenommen habe, den jetzt die Amatabele S. Der König von Monomotapa hiess Benomotapa oder Kitewe.

Schon ältere portugiesische Schriftsteller, wie De Barros, be- richten davon wie von einem Wunderwerk. Sie soll hohe Steinbauten gebildet und Inschriften enthalten haben, welche letztere weder Portugiesen noch Araber zu entziffern verstanden.

Neu entdeckt wurden die Ruinen der Zimbaoe durch K. Sie scheinen in den letzten Zeiten durch Schwarze, wol Makoapa, welche hier Zuflucht gesucht, vielfach be- schädigt, selbst eingerissen worden zu sein, wahrschein- lich um die vorhandenen Bausteine zu benutzen.

Mauch fand keine Inschrift mehr vor, wohl aber rohe Orna- mente in Form von Zickzacklinien und ineinanderge- schobeneu Vierecken.

Ich habe die von Mauch ge- gebene Abbildung der Zimbaoe mit bildlichen Dar- stellungen verglichen, welche A. Hübner von alten Be- festigungen im Amatabelelande, Werken der Maschona, gibt.

Ich halte nun die Bauart der Zimbaoe für die- selbe wie jene der Maschona. Aehnlich urtheilt Fritsch. Baines hörte über andere grosse Baureste 80 engl.

Auch mir sind durch Missionare ähnliche, allein selbstständige Notizen beigebracht worden. Wir haben hier also vielleicht üeberbleibsel ehemaliger Kafternherr- lichkeitvoruns.

Weitere Forschungen und Nachgrabungen an derartigen Ruinenstätten werden uns wol dereinst mehr Aufschluss über die Geschichte der Bantuvölker bringen, durch deren bisheriges Dunkel ja leider nur wenig schwache Lichtblitze emporleuchten.

Auffallend ist die physische Aehnlichkeit vieler Bantu, besonders Zulu, Swazi und Suto, mit Bedjah. Zwar könnte man wol die Möglichkeit in Zweifel ziehen, dass ein aus dem fernen Winkel Südostafrikas stammendes Volk, eine nicht allzu bedeutende Zahl streitbarer Männer, einen grossen Theil des afrikanischen Continents zu durchmessen und überall hin den Schrecken seines Namens zu verbreiten im Stande gewesen wäre.

Allein unter den wilden, stets zur Gewaltthätigkeit geneigten Nigritiern Innerafrikas haben sich immer Leute gefunden, die einem heranrückenden muthigen Erobererstamme sich anzuschliessen und mit ihm gemeinsame Sache zu machen geneigt waren.

Im rastlosen Kriegseifer Landschaft um Landschaft durchziehend, unter den Zwang einer furchtbaren Disci- plin gebracht, voll wilder, unbändiger Energie, konnten die national zwar nicht mehr als Djagga bestehen- den, wol aber von deren Sitte und Gesetz beherrsch- ten, bunt zusammengewürfelten Eroberer nach Ver- lauf von Jahren in Westafrika auftauchen, um endlich, sobald der Gipfelpunkt der Macht überschritten war, in der Masse widerstrebender Nigritierstämme allmäh- lich wieder zu verschwinden.

Noch in neuerer Zeit haben deren stattgefunden. So der grosse, einer Völkerwanderung ähnelnde Zug der Mantati Baman- tatisi , eines nördlichen Betchuanastammes, gegen die Capcolonie im Jahre So die Eroberungszüge der den Djagga von Kilima verwandten Amazulu, welche unter einer ganz ähnlichen Ileeresverfassung wie jene zur Zeit ihrer scheusslichen Tem-Bana-Dumba stehend, von ihren Häuptlingen ütchaka, Udingaan und Urasele- katsi bis zu den Ufern des Limpopo und bis zur Mündung des Tugela ijeführt wurden.

Strome durchmaass, wohnten von diesem aus bis hinab zum Cap der Stürme die Koi- koin oder Hottentotten. Scheinbar gehören diese ledergelb gefärbten, kurz- und kraushaarigen, mit birn- furmig nach unten sich verjüngenden, plattnasigen und dicklippigen Köpfen versehenen Leute unter die übrigen Afrikaner nicht hinein.

Indessen glaube ich trotz- dem, dass auch für diese angeblich so abweichenden Ureinwohner Südafrikas der Tag kommen werde, an wel- chem ihre Einreihung unter die übrigen Nigritier durch naturgemässe Anreihung an aufgefundene Uebergangs- stämme ohne Zwang vorgenommen werden könne.

Ein Schwärm von mit fremdem, hauptsächlich euro- päischem Blute gemischten Bastardhottentotten, die sogenannten Griqua, setzten sich am Oranje- flusse in der Gegend von dessen Vereinigung mit dem Vaal fest und nahmen unter ihrem tapfern Clanshäupt- linge Andries Waterboer bei Lataku an der blutigen Zurückdrängung der S.

Ein nomadisirender Hot- tentottenstamm, die Korana Einheit Kora , hat im Gebiete des Oranje- und des Yaalflusses noch bis heute eine gewisse na- tionale Selbstständigkeit bewahrt.

Zum letztern scheint der Mann gehört zu haben, welchen wir hier nebenstehend nach einer photographischen Aufnahme Fig. Endlich leben in Unabhängigkeit die Namaqua- Hottentotten zwischen Oranjefluss und der Damara- grenze, westlich von der Kaliharisteppe.

Sie sind zwar vielfach gemischt, zeigen aber doch im ganzen den Hottentottentypus noch wohl ausgeprägt. Eine höchst eigenthümlicho Stellung unter den Afri- kanern nehmen eine Anzahl zerstreut wohnender Stämme ein, welche sich durch ihre geringe Statur auszeichnen.

Es sind dies die Pygmäen oder Zwerge der alt- classischen Periode. Nach mancherlei völlig unsichern Kora -Hottentott.

Afrikanische Mcnsclienstämme und deren Wohnsitze. Fi ff. Bombi, ein Akka. Junger Buschmann. Lenz und die Mitglieder dor deutschen Loango-Expedition aufgedeckt, und zwar dies als reelle, lebende Repräsentanten jener von den Alten mehr nebelhaft geschilderten Wesen.

Alle diese neuern Nachrichten stimmen nun dahin überein, dass die einen verwandten Namen wie Doko, Akka tragen- den Leute, und dass die Abongo kleine, im Durchschnitt — Millimeter hohe, Menschen bilden.

Kommen unter ihnen grössere Staturen vor, so liegt schon der Verdacht einer Mischung mit nigritischen Nachbarn nahe. In der Unmöglichkeit, dieselbe hier wieder- geben zu können, lasse ich vorstehend wenigstens die aus freier Hand gezeichnete Darstellung eines Akka nach Schweinfurth abdrucken.

Manio lieferte nur Cari- caturen jener Leute. Nach Ansicht des letztern Forschers haben jene ehemals ganz Südafrika vom Cap bis hinauf zum Zambezi und wahrscheinlich weit darüber hinaus innegehabt.

Häufig wurden dieselben nur für degener irte Hotten- totten angesehen. Obwol sie mit letztern gewisse physische Eigenthümlichkeiten gemein haben, so wird doch die erwähnte Behauptung sie seien nur entartete Hottentotten von Fritsch, Th.

Hahn u. Abgesehen nun von manchen physischen Stammesverschiedenheiten, von örtlichen Besonderheiten Haktjiaxv. Sie sind manchen Kennern Afrikas als Reste einer vielleicht uralten, einer urthümlichen Bevölkerung des sonderbarsten aller Jontinente erschienen, als Stämme, welche durch die Xigritier nach allen Richtungen hin auseinander ge- sprengt worden seien.

Indessen lässt sich doch aus vielerlei Vorkommnissen der Schluss ziehen , diese kleinen Leute ständen den eigentlichen Nigritiern nicht so fern, als manche anzunehmen geneigt seien.

Ich finde bei ihnen sowie bei den Hottentotten doch sehr vielfach die Eigenthümlichkeiten der sogenannten Neger- rasse vertreten, wenn auch mit mancher speciell natio- nalen Umformung.

In ähnlicher Weise verhalten sich die Buschmänner in Südafrika. Das, was mau Zwergvölker nannte, existirt also wirk- lich als eine Reihe zerstreut lebender Negerstämme, die physisch und geistig degenerirt, ein unstetes Leben führen; nur sollte man bei diesen Zigeunern unter den Negern vorsichtiger mit dem Worte Zwerg sein, da sich daran Vorstellungen knüpfen, die den thatsäch- lichen Verhältnissen nicht entsprechen u.

Neben Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze. Auffallend hierbei ist ge- wiss die Thatsache, dass sich diese durch geringere Körpergrösse charakterisirten Völker in Gegenden vor- finden, wo die Temperaturverhältnisse die grössten Ex- treme aufweisen.

Lenz unterschreiben, erkenne jedoch gern, dass seine anregende Behandlung eines interessanten, leider noch vielfach dunkeln Gegenstandes die Beachtung solcher Afrikareisender verdient, die dereinst nicht als Dilettanten in der Menschenkunde, sondern als wirkliche anatomisch gebildete Anthropologen ihre Ziele verfolgen werden.

Lenz hat jedenfalls hier wie überall sonst in den von ihm bereisten Gegenden Afrikas mit dem Auge eines echt wissenschaftlichen und scharfsinnigen Beobachtern gesehen.

ZWEITES BUCH. Von der körperliclieii Beschaffenheit der Afrikaner. Als Ausgangsgegenstand unserer Betrachtungen müssen wir auf diesem Gebiete die Retu oder Aegypter, das uns als das älteste bekannt gewordene afrika- nische Volk, in genauere Erwägung ziehen, lieber den physischen Habitus jener unterrichten uns die Denkmäler, die Mumien und die lebendigen Zeu- gen, denen wir noch zur Zeit im Nilthale begegnen.

Die ägyptischen Männer sind im all- gemeinen von gefälliger Körperbildung. Die Finger Bind schmal, die Zehen gerade und wohl gesetzt, die Ferse ist nicht dick und nicht vorstehend.

Am Ge- sicht ist die Stirn ziemlich hoch und zurückgebaut, nach den Schläfen hin im Querdurchmesser abnehmend. Die Augen zeigen die bei diesem Volke 80 häufig geschilderte langgeschlitzte, den Con- tourcn einer Mandel ähnliche Form.

Sie werden von Von der körperlichen iJtsciianoiiiKir aer Anikaner. Die Iris ist dunkelbraun. Die Nase ragt stark hervor, zeigt einen etwas breiten Rücken und ist seltener gerade, häufiger vielmehr leiclit gebogen, biegt an der Spitze ziemlich rechtwinkelig in die öfters nach unten convexe Scheidewand um und besitzt breite Flügel.

Der Mund ist nicht gross, die Lippen sind aber fleischii? Die Nasenlippen- linie ist ausgebildet und die Nasenrinne ist breit, tief.

Die Wangen sind breit, das längliche Kinn ist klein, zart, zurückgebaut. Die wohlgeformten Ohren sind hoch und stark nach hinten angesetzt, welches Ver- hältniss auf den antiken Bildwerken und Malereien übrigens leider zu übertrieben dargestellt worden ist.

Immerhin macht das Aegypterprofil einen charakte- ristischen Eindnik, namentlich mit seiner weiten Er- streckung zwischen Kinn und Ohr.

Morton hat den Gesichtswinkel im Mittel zu 78 Grad berechnet. Am Knochengerüst dieser Leute ist eine gewisse Zierlich- keit, Schlankheit nicht zu verkennen.

Bei den Frauen wiederholen sich die eben beschriebenen typischen Eigenthümlichkeiten in der für das weibliche Geschlecht gemilderten Weise.

Die jungen Mädchen sind ungemein gracil. Eine hübsche Darstellung nackter junger Aegyp- terinnen bieten die mit ihrem königlichen Vater ein dem Schach ähnliches Spiel treibenden Töchter Ramses' III.

Uebrigens hat der Reisende noch jetzt Gelegenheit, Studien über den Körperbau solcher Wesen zu machen, nicht nur bei Beobachtung der häufigen Badescenen, sondern auch beim Passiren überschwemmter Strecken und seichter Nilanne durch Marktleute u.

Dem Arzte zeigt sich die Aegypterin ohne Prüderie und Ziererei. Sehr schön sind bei diesen Personen die Schultern und zuweilen auch der Oberarm geformt.

Ausnalimeu fehlt. Die Brüste sind in der Jugend oval, prall, werden aber mit zunehmender Körperentwicke- lung und nach wiederholten Geburten welk , sogar hängend.

Die Körperfarbe dieser Leute ist ein bronzeähnliches in Röthlichbraun und in Ledergelb spielendes Braun. In der Thebaide sieht man öfters ein kupferiges Haut- colorit.

Das Haar ist raben- schwarz und nicht sehr fein. Die Alten schoren das- selbe sehr häufig kurz ab, manchmal aber Hessen sie es auch lang wachsen. Viele Altägypter, auch Männer, benutzten langhaarige Perrüken, und diese bekamen dann jene complicirten und abenteuerlichen Frisuren, welche wir noch jetzt bei den Bedja, Funje, Niam- Kiam u.

Die Frauen flochten ehemals wie noch gegenwärtig ihr Haar in viele kleine Zöpf- chen, denen reicher Schmuck an Perlen, Edelsteinen, Plättchen von edelm Metall u.

So zeigt sich der reinere Retutypus S. Man muss nun gestehen, dass er zwar ein eigenthümlicher, aber anmuthiger sei. Dieser Retutypus findet sich in Afrika auch unter Berabra, Bedja und Nigrit iern häufig wieder.

Er ist ein in der afrikanischen Menschheit eingewurzelter. Nun zeigt übrigens das lieutige Aegy p tervoik seine vielfachen Beimischungen fremden lUutes unter eine reichliche männliche und weil liche Individuen- zahl, namentlich der Stadtbewohner.

Harte, trockene Physiognomien von wahrhaft böotischem Ausdruck, bald mit dicken breiten, bald mit gebogenen jüdischen Nasen, ein breiter, dünnlippiger Mund, knochiger Gliederbau, grobe Hände und grosse ausgetretene Füsse erscheinen neben einem Habitus, dem schon der nigri tische nicht mehr fern steht.

Schwere Auflagen, Noth und gewisse endemische Krank- heiten, wie Bleichsucht, Blutharn, Syphilis, Fieber u. Die dickbäuchigen , schlottergliederigen Kinder, welche unsere Touristen an den Tempelpforten 72 Zweites Buch.

Es soll übrigens damit nicht etwa gesagt sein, dass wir die Retu je als volle Ideale von Ebenmaass, Kraft und Gesundheit zu betrachten geneigt wären.

Ueber die Veränderungen, welche das ägyptische Nilland im Laufe der Zeiten erlitten , und über die Gegensätze, welche daselbst zwischen sonst und jetzt obwalten, entlehne ich meinen Tagebüchern folgende Stelle : Höchst belebt muss das Bild gewesen sein, welches Aegypten im Alterthum, etwa unter der Herr- schaft seiner llamessiden, dargeboten.

Wer damals sich nilaufwärts begeben, hat die Stromufer in üppigen Saaten prangend erblickt. Selbst zur dürren Zeit, wenn Gott Seb sein Unwesen getrieben, hat die Land- wirthschaft des blühenden Reichs dennoch nicht brach gelegen.

Schöpfräder haben in Einschnitten der Ufer- böschungen geknarrt, Schöpfeimer sind an ihren Hebe- balken auf- und niedergegangen, um das Wasser des jetzt niedern Stroms auf die dermalen gänzlich trocken- gelegten Culturfiächen zu leiten.

Im dichten Schatten der Sykomoren, im zweifelhaften der Nilakazien, der Stunden weit sich erstreckenden Dattelpalmen, der Bananenpflanzungen erhob sich Dorf an Dorf, die kleinen, pylonartigen, aus Luftziegeln erbauten Häuser mit freund- lichem Anstrich, mit crenelirten Simsen und fenster- reichen, thurmartigen Anbauen geschmückt.

Schon mit ihrem Volksnamen Djaali! Ohne Kritik und ohne Selbst- umschau haben verschiedene Bereiser Südnubiens diese Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

Im Jahre gelangte der zur Eroberung von Sennar ausgesandte ägyptische Prinz Ismail- Pascha nach seinem Siege über die Schaikie oder Schekie bei Korti nach Schendi.

Hier hielt damals Melik El-Nimr, ein stolzer, unabhängig gesinnter Mann, sein schlichtes Hoflager ab. Unfähig, sich dem mit Artillerie ver- sehenen und mit Musketen bewaffneten, durch vorzüg- liche Reiterei verstärkten Aegypterheere in offenem Kampfe zu widersetzen, unterwarf sich El-Nimr zähne- knirschend dem Pascha.

Letzterer fügte seinem neuen Vasallen im osmanischen Uebermuth, trunken von Me- risi oder Sudanbier, eine schwere Beleidigung zu.

El- Nimr rächte sich dadurch, dass er den Pascha sammt seinem Stabe bei nächtlicher Weile überfiel und inden jenen Türken zum Aufenthalte dienenden Strohhütten verbrannte.

Infolge dieses Attentates flüchtete El-Nimr nach May-Gogwa an der abyssinischen Grenze. Seine getreuen Djaalin zogen zu ihm und scharten sich um ihn her.

Durch Unzufriedene aus allen Theilen Ost- sudans und durch abenteuernde Abyssinier verstärkt, führten El-Nimr und der Djaalin-Schekh Abu-Roasch einen langjährigen blutigen Guerrillakrieg gegen die Aegypter.

Nach des Melik Tode setzte der namentlich durch König Tedrus, den Helden von Magdala, auf- gehetzte Sohn Hasan Woad Wolled Nimr den Krieg fort.

Dieser hat erst vor kurzem auf gütlichem Wege sein Ende erreicht. Nach dem Verrathe von Schendi eröffnete Ismail- Paschas Schwager, der grausame Mohammed Bey-el- Defterdar, einen Rachekrieg gegen die aufsässigen nubi- schen Provinzen , Hess etliche tausend Berabra und andere Eingeborene über die Klinge springen und gab das ganze nubische Nilthal dem Verfall, der Verarmung preis.

Die Djaalin haben sich seit jener Zeit in alle Winde verzogen. Sie, welche von unsern Reisenden noch mit aller Zähigkeit für echte Hedjas- Araber er- 38 Erstes Buch.

Das den obern Nillauf zwischen Khartum und Berber, sowie Untersennar bewohnende, ebenfalls sehr nigritisch-gebildete Mischvolk zeigt eine starke nationale Unterlage von Djaalin.

Zu diesen Völ- kerschaften gesellen sich einige in vielfacher Hinsicht noch räthsel hafte Stämme, die zwar schon von vielen B eisenden besucht, aber trotzdem von keinem einzigen derselben in befriedigender Weise beschrieben worden sind.

Ich meine hiermit die Tibu oder Teda, die Ka- nori oder Kanuri und die Fulan oder Felata. Erstere hausen in der östlichen Sahara, in Tibesti, Wadjanga, Borgu, in welchen Gebieten sie frei sind, ferner in Kauar, wo sie von den Kellui Tuarik , in Fesan, wo sie von den Türken tyrannisirt werden, endlich leben sie zerstreut durch viele Gebiete Centraisudans.

So weit die vorhandenen Beschreibungen und figürlichen Abbildungen uns zu selbst nur vorläufigen Schluss- folgerungen berechtigen, dürften sich diese meist schlank und edel gebildeten Leute den Berbern und den Bedja eher anreihen lassen als den Negern.

Auch sollen die Blemmyer, deren Angriffe auf die Nilbewohner und deren Besiegung durch den christ- lichen Nubierkönig Silco eine Inschrift im Tempel zu Talmis oder Kalabsche besingt, theils den Teda, theils den Bedja angehört haben.

Die Fulan oder Fulbe, Einheit Pullo, die Felata, der Ostsudanesen, die Peuhls oder Pouls im Gumbo- Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

Zu Ende des vorigen Jahrhunderts eroberten sie das den Mandinka gehörende Futadjalon, gründeten unter ihrem islamitisch be- geisterten Fürsten Danfodio das Reich Sokoto und dehnten sich von da ab weiter, immer weiter nach dem Innern des Festlandes aus.

Manche ihrer Gemeinden haben sich bis in die Ilausaländer und nach Bornu eingeschmuggelt. Hagere Leute von schlankem Glieder- bau, von wenig krausem Haar, etwas Bartwuchs und von röthlich-brauner , öfters aber aucli noch dunklerer Färbung, eine Sprache redend, welche nicht geringe Anklänge an die berberinische S.

Die Kanori in Bornu endlich sind Nigritier, zu denen auch die Bewohner von Bagirmi, Waday, sowie die zahlreichen theils in den letztern Sudan-Staaten, theils in deren Süden wohnenden Bidduma, Bulala, Musgu und noch andere, von unsern bisherigen Reisenden leider nur sehr mangelhaft charakterisirte , dunkelhäutige Stämme gerechnet werden müssen.

Die Nigritier S. Von letztern sind freilich bisjetzt erst sehr wenige nach wissenschaftlich-anthropologischer Methode untersucht worden. Van der Hoeven, Fritsch, Bilharz, Falkenstein, Köhler und der Verfasser dieses Büchleins sind fast die einzigen, welche dem Nigritier in seinen Heimatländern buchstäblich auf den Zahn ge- fühlt, ihn als ganzen Menschen, als ein Ob- ject der Naturbeschreibung, ins Auge gefasst haben.

In vergleichend ethnographischer Darstellung hat Schweinfurth die Nigritier meisterlich beleuchtet. Bastian, Güssfeldt und Pechuel-Lösche erwiesen sich als vortreff- liche Erforscher der nigritischen Sitten und Gebräuche- In ähnlicher AVeise haben Burckhardt, Rueppell, Russ.

Heuglin, Kaufmann, Krapf, New, Guilain, Hildebrandt, Speke, Stanley, Cameron, Livingstone, Baines, Alberti, Andersson, Thomas, Bowditch, Lenz, Fleuriot de Langle, Barth, Vogel, Nachtigal, Denham und Clapperton, Park, Lander und Beurmann gewirkt.

Freilich müssen wir lebhaft bedauern, dass es den ebengenannten hervor- ragenden Reisenden nicht vergönnt gewesen war, das Rüstzeug des durchgebildeten Anthropologen, der zugleich Arzt, am besten Anatom sein muss, in An- wendung bringen zu können.

Nachfolgendes darf daher nur als ein vorläufiger schwacher Versuch dazu aufgefasst werden. Ich habe oben bereits mehrfach angedeutet, dass die bisher abgehandelten Stämme der Berbern u.

Zu den Nigritiern reichen von Norden und Osten her die Funje, die Teda, Orma, die Mandinka oder Mandingo, die Wolof als verbindende Glieder herüber.

Die Nigritier aber bieten unter sich so zahlreiche Stammesabweichungen dar, dass wir Von der uns ge- läufigen Vorstellung des Nigger mit Wollhaar, stumpfer Digitized by Google Afrikanische Menscheustämme und deren Wohnsitze.

An die Funje schliessen sich die den Süden der Halbinsel Sennar bewohnenden Stämme und die Völker Fbj. Unter letztern behaupten die Schilluk die nächsten Verwandten der Funje zu sein.

Geschicht- lich ist nun wenigstens erwiesen, dass die heidnischen Zerstörer des Aloa-Reichs S. Alle Stämme des Weissen Nil gehören bis auf die Bari einem völlig gemeinsamen physischen und Sprachstamme an und wenn wir die grosse Gruppe der Digitized by Google 42 Erstes Buch.

Djenge oder Denka, Dinka, von den Gruppen der Schir, Nuer und Bari zu trennen pflegen, so dürfen wir docli hierüber des sie verbindenden allgemeinen Bandes nicht vergessen.

Auch die im Süden Bornums hausen- den Musgu S. Um die grossen Seen Ukerua Nyanza und Mwutan her scheinen Ormavölker das herrschende Bevölkerungs- element inmitten ureingesessener nigritischer Yölker- stämme zu sein.

Mit den Sande oder Kiam-Niam im Centrum beginnt eine sehr ausgedehnte Yölkergruppe, Digitized by Google Digitized by Google 44 Erstes Buch.

Auch die von Livingstone, Cameron und von Stanley beschriebenen Wanyema, Waguha, Warua, sogar die Wanyamesi im Osten und im südlichen Innern, die Balonda und Ban- dombe scheinen sich jener Gruppe anzuschliessen.

Wie eine isolirte Völkeroase nehmen sich aber nach den bisherigen durch Schweinfurth gewonnenen Er- fahrungen die kannibalischen, im Bereiche des Uelle- flusses wohnenden Monbuttu aus.

Unser Reisender be- merkt, dass mindestens 5 Procent dieser einen nicht unbedeutenden Grad von Civilisation darbietenden Na- tion grau-blondhaarig seien, dass alle eine hellere Haut- farbe und stärkern Bart wie die Niam-Niam hätten, sowie dass sie vielfach eine krankhafte Unruhe in den Augen wahrnehmen Hessen.

Die Nase der Monbuttu soll häufig durch ihre grössere Länge und Krümmung auffallend von der gewöhnlichen Form der Negerrassen abweichen und an semitische Profile erinnern.

Ver- fasser dieses Werks kann nun versichern, dass die von Schweinfurth präparirten und in natura vorliegen- den Monbuttuschädel einen durchaus dolichocephal- nigri tischen Charakter an sich tragen.

Halten wir uns aber für jetzt an Schweinfurth's Darstellung, so finden wir diesen Forscher geneigt, die Monbuttu mit den Fulbe in verwandtschaftliche Beziehung zu setzen.

Die falbe Haarfarbe würde uns bei Afrikanern nicht allzu absonderlich erscheinen, zumal sie doch allem Vermuthen nach nur einem gewissen Procentsatze jener Kannibalen- bevölkerung eigenthümlich ist.

Gebogene Nasen zeigen sich hier und da selbst bei ausgesprochenen Nigritier- stämmen. Auch steht entwickelterer Bartwuchs keines- wegs ohne Beispiel in der Negerbevölkerung da, wie dies unter vielen andern durch die beigegebene, sehr charakteristische Abbildung Stanley 's, der bekanntlich mit dem photographischen Apparat arbeitete, bezeugt wird.

Die Manyema sollen sehr haarreich sein und Digitized by Google Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

Diese genannten, im Osten des Tanganika- Sees wohn- haften Stämme bilden den Uebergang zu den Balonda und theils durcli diese, theils direct zu den A-Bantu.

Aber auch die Bedjastämme müs- sen in Vergleich mit den Mon- buttu gezogen werden. Wir dünken uns nämlich ebenso gut im Recht, diese Leute den Beduinen von Kordufan, Sennar und Taka beizuge- sellen, wie andere sich im Recht glauben, letztere als Abkömmlinge der Araber verzeichnen zu dürfen.

Wenn man nun mir gegenüber bei dieser Gelegenheit behaupten will, dass unter den Bedja sich auch an die arabisch- jüdischen syro - arabischen erinnernde Physiognomien vorfänden, so antworte ich darauf zweierlei: entweder ist das ein sich überall wie- derholender Zufall oder, es können die dem afrikanischen Völkercomplex angehören- den Bedja durch Heirathen mit syrisch-arabischen Ein- wanderern Nachkommen hervorgebracht haben, bei denen gelegentlich der letztere Typus in atavistischer Weise wieder zum Durchschlag gelangt.

Kitcto, der Häuptling von Mpungu in Manj-ema. Alle dieser Familie angehörenden Tribus zeigen unter- einander eine gewisse Aehnlichkeit in ihrem physischen Habitus.

Es sind hochgestaltete, dunkelgefärbte Leute mit wollig-gekräuseltem Haar und einer meist ent- wickelten Nasenbildung. Die Nase tritt bei ihnen noch aus dem Antlitz heraus, und zwar theils gerade, theils gebogen.

Sie zeigt seltener die starke Einsattelung und Plattheit wie bei den Niam-Niam und bei vielen west- lichen Stämmen.

Am Schädel der Schilluk wird z. Die Sprachen der Schilluk, Denka und Bari haben viel Aehnlichkeit miteinander. In den südlichen Bergdistricten von Kordufan leben die Nobastämme, Nigritier mit häufig ebenfalls ent- wickelter Nase und mit nicht selten üppigerm Haar- wuchs.

Unter ihnen haben sich, namentlich in dem Ge- birgslande Takla oder Tekele, Funje Schilluk nieder- gelassen, welchen letztern die edelsten Familien des Landes angehören sollen.

Die Noba reden eine den berberinischen Dialekten ähnliche Sprache und es ist nicht unwahrscheinlich, dass in ihnen die eigentlichen Stammväter der Berabra zu suchen sind, welche viel- leicht vor alten Zeiten von Kordufan aus ihre erobernden Unternehmungen gegen das nubische Nilthal und gegen Sennar ausgeführt haben.

Digitized by Google Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze, 47 ebenfalls im Gebiete des Gazellenllusses wohnen.

Den Bongo und Ver- wandten scheinen sich ausser den Musgu oder Musgo auch noch andere nigritische Völker im Süden von Waday, Baghirmi und Borau anzureihen.

Den Kern der Furor bilden ebenfalls mit entwickelter Nase ausgestattete Xi- gritier, unter denen gewisse Stämme, wie die Gondjara, einen hervorragenden Einfluss, namentlich durcli ihre Militärdienste, gewonnen haben, ähnlich den Angehörigen der ägyptischen Kriegerkaste und den Berunkriegern der sennarischen Funje- Sultane.

In Für sehen wir neben mancherlei Solengo oder Solendj, d. In Westsudan nehmen eine bedeutendere Länder- strecke die Hausastämme ein, Nigritier mit weniger ent- wickelter, in ihrem Rücken eingesenkter, breitgeflügelter Nase und mit wulstigen Lippen, eine gut veranlagte, lebhafte und empfängliche Nation, welche den Einfluss ihyes zwar auf dürftiger Stufe verbliebenen, aber doch in gewisser Eigenart entwickelten Culturlebens selbst bis nach Aschanti und in die am Golf von Benin ge- legenen nigritischen Staaten hineinzutragen verstanden.

Ausser den Hausa haben die nigritischen Sonray im Nigergebiet eine geschichtliche Entwickelung auf- zuweisen. Schon im ersten Jahrtausend yunserer Zeit- rechnung tauchen Hauptstädte der Sonray zu Kukia und Gerho aus dem Nebel der sudanesischen Staaten- geschichte empor.

Aegyptische Missionare scheinen den Islam zu den Sonray getragen zu haben, wenigstens deu- ten gewisse Ueberlieferungen auf einen solchen Vorgang hin.

Sonray wurde später durch die meist berberischen Digitized by Google I 48 Erstes Buch. Marokkaner zerstört, welche sich in den eroberten Ländereien ansiedelten und hier Anlass zur Bildung von Mischlingen, den Arama oder El-Ruma, gaben, die noch jetzt mitten unter den physisch wohlgebildeten Sonray erkennbar sein sollen.

Wieder ein anderes grosses Reich in Westsudan, näm- lich Melle oder Melli, wurde von den Mellinke oder Fig.

Auch diese sind echte Nigritier mit zum Theil geraden, zum Theil namentlich beim niedern Volk eingedrückten Nasen mit breiten Flügeln und von hoher, schlanker Gestalt.

Melli ist längst zerfallen, allein die Mellinke oder Leute von Melli sind heute noch ein zahlreiches, in Westafrika weitverbreitetes Volk.

Ihm gehören auch die Bambara an, ein selbst in unsern Tagen vielgenannter, erobernder Nigri tierstamm, innerhalb dessen die Edeln Digitized by GoogleJ Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

Aus der letztern Mitte gehen die Edelsten oder Massassi her- vor, denen der erbliche König zu entstammen pflegt.

Aus Gefangenen wird die desperate, stets zum Losgehen bereite Leibgarde der Sofa gebildet. Die grosse Handelsstadt Timbuktu ist schon seit lange Sitz der raffinirtesten politischen Intriguen sowie ein vielfach umstrittener Besitz gewesen.

Ueberall in diesen Ländern haben sich Schwärme von Berbern angesiedelt, unter denen sich gelehrte Marabouts be- finden, welche durch ihre Lehren zahlreiche ergebene Thalibs oder Schüler unter allen möglichen Bevölke- rungselementen gewinnen und durch diese mit der fast allen mohammedanischen Missionaren eigenen Schlau- heit und Energie grossen politischen Einfluss erwerben können.

Zu solchen Marabouts gehörte der viel- genannte Kunta-Schekh Achmed-el-Bekay , H. Barth's edler Beschützer, lange Zeit hindurch das geistliche und politische Oberhaupt in Timbuktu.

Es wieder- holen sich hier heutzutage Vorgänge, wie sie bereits vor Jahrhunderten in Afrika unter dem Einflüsse der islamitischen Sendboten sich einleiteten und wie sie jahrhunderte- lang fortdauerten.

Es sei dies eine dringende Mahnung für alle diejenigen, welche alten Vor- urtheilen und gefälschten Ueberlieferungen getreu, den grössten Theil der im islami- tischen Afrika stattgehabten religiösen Be- wegungen und politischen Bildungen allein den Wirkungen einer arabischen Einwande- rung und der ethnischen Conservirung arabi- scher Einwandererstämme zuschreiben wollten.

Und wie zum Hohne sind es seit Generationen auch viele schwarze unverkennbar nigritische Mekka- pilger, die Tekarine, Einheit Tekruri, welche Afrika in der Richtung von Westen nach Osten und umgekehrt durchstreifen , die den Islam unter ihren heidnischen und halbheidnischen Rassenangehörigen nicht nur mit Feuereifer predigen, sondern sogar mit Feuer und Schwert zu verbreiten suchen.

Unter diesen schwarzen ascetischen Männern fanden sich einige hervorragende, furibunde Geister, welche grossen politischen und religiösen Einfluss über mäch-.

Dazu gehören u. Hadj Omar, der ja mit den Franzosen am Senegal einen erbitter- ten Krieg geführt hatte, dann von General Faidherbe besiegt, sich nach dem Innern wandte und hier in heissen Kämpfen der verlotterten Pulloherrschaft zu 1 1 annlall ah i am Niger ein Ende machte, ferner Dan- fodio, jener S.

Was war denn selbst Schekh Mohammed-el-Amin anders denn ein ehemaliger Anführer von Kanembulanzen- trägcrn, was war er anders als zugleich ein energischer Fakih S.

Er war von gemischt- nigritischer Abkunft, aus Fesan gebürtig und gab einem neuen Staatssystem, einer neuen Dynastie das Leben.

Diese im grossen sich vollziehenden Vor- gänge finden aber ihre Nachahmung in Tausenden von geringem Ereignissen.

Ueberall spielen schwarze Te- karine die Rolle von Marabouts, wie man dergleichen von anderer Seite aus hauptsächlich nur den Arabern zuschreiben möchte.

Der Islam treibt seine üppig wuchernden Wurzeln jetzt immer tiefer nach Westafrika hinein. Sogenannte maurische, d. Bekanntlich gestattet der Koran den Gläubigen selbst auf heiligen Fahrten gelegentlich kleine Geschäftchen zu machen, warum sollte denn nicht auch der maurische Gläubige in den Ländern des schwarzen Magreb, im Sudan, das Angenehme mit dem Göttlichen verbinden können, hier oder dort Tücher und Glaskorallen ausschachern und mitunter dabei zu- gleich den Houris im Paradiese Lieblinge gewinnen?

Gewöhnlich dünkt man sich bei uns vom hohen Throne der modernen Cultur herab das Leben der faulen Nigger in öder einförmiger Unfruchtbarkeit des Daseins, einherschleichend, etwa wie ein modriges Torfrinnsal.

Dabei macht man sich aber eben bei uns, wo neben tiefster Bildung doch auch ein guter Theil von Halb- wisserei und von gänzlicher Unwissenheit ihre Plätze behaupten, selten einen auch nur entfernten Begriff von dem zwar eigenartigen und in seiner Qualität be- schränkten, trotzdem jedoch ungemein regen politischen, religiösen und socialen Treiben in den Sudanländern!

Hier sollten erst Völkerpsychologen ihre Studien machen! Das ganze westliche Afrika, südlich vom Flusse Senegal, wird von Nigritiern bewohnt, welche wie- derum in zahlreiche Stämme zerfallend, immer doch durch ein gemeinsames Band des physischen Habitus, der Sprachen, Sitten u.

Tief im Innern von Afrika, südlich vom Aequator, herrscht in seiner beliebig hier und da aufrichtbaren Mussumba oder Residenz der Muata-Yanvo Muata-ya- Nvo , von dessen Macht und Reichthum bereits ältere Berichte soviel Frappirendes darzustellen wussten.

Unserm Landsmanne Dr. Pogge ist es ja geglückt, diesen grossen Nigritierfürsten in der Mussumba be- grüssen zu können.

Sein Volk, die Balonda, scheinen nach dem wenigen Vorliegenden die physiogmomischen Eigenthümlichkeiten der Niam-Niam, Fan und Loango- Schwarzen mit denjenigen der A-Bantu oder Kaffern zu vereinigen.

Eine ähnliche ethnologische Stellung nehmen die Guissama oder Quissama in Angola süd- lich vom Coanza ein. Unter diesen finden sich zum Theil Leute mit eingedrückten Nasen und flechtbarem Haar, wie die Niam-Niam und die von Livingstone, Cameron und Stanley aufgeschlossenen Völker des Tanganika sowie auch der Ogowegebiete.

Ferner finden sich darunter Leute mit der schärfern Profilirung der Bedja, endlich solche mit den mehr breiten, rohen, bäuerischen Gesichtern der Zulu und der Xosa.

Ich will keineswegs behaupten, dass die Quissama alleinige oder selbst nur vorzügliche Träger solcher variirender physiognomischer Verhältnisse seien, ich nehme sie be- sonders deshalb ins Augenmerk, weil sie durch den Photographen Joaque einen ganz vortrefflichen Dar- steller fanden.

Siehe Fig. Die Loango- und Congobew T ohn er, die Schwar- zen in Angola und in Benguella im allgemeinen Digitized by Google Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

Dagegen zeigen wieder die Ga, die Aschanti und Fanti der Goldküste Fig. Südlich vom Tanganikasee erstrecken sich bis gegen den mittlem Lauf des Zambezi hin eine Reihe von 54 Erstes Buch.

Gewisse dieser Stämme, wie die Man- ganja im Schiregebiete, sind durch die schrecklich ent- stellende Gewohnheit auffällig, in Lippen- und Ohrzipfel grosse Ho'lzpflöcke zu stecken, eine an die bekannte rolie Schmückungsmethode der brasilianischen Botocudos oder Engräckmung erinnernde Verunstaltung.

Dieselbe findet auch bereits bei den nördlicher wohnenden Mittu- Luba und bei andern Mittu statt, sie wird selbst in be- schränkter Weise von den Musgu im Süden vom Logon- gebiete , endlich von den Kadje im Westen des Tsad- sees geübt.

Die A-Bantu oder Kaf- fern nehmen heutzutage die Südseite Afrikas zwischen dem Kunene, der Walfischbai und dem Zambezi bis gegen die Winterberge und den Keiskamma hin ein.

Sie um- fassen die Gruppen der Amaxosa, Amazulu, Betchuana, der Ova-IIerero und Owambo. Die Betchuana dagegen wohnen zwischen dem Oranje- fluss und dem Zambezi.

Ihnen gehören sehr wahr- scheinlich noch mehrere an den letztern grossen Strom grenzende Stämme an, wie z. Machololo, Maschona, Banyay und Batoka.

Digitized by Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze. Ganze Digitized 56 Erstes Buch. Nationen, allerdings auch von A-Bantu selbst und ein Theil der Hottentotten, sind durch jene Eroberer aus- einandergerissen und zerstreut worden.

Gewisse Reste derartig zersprengter Kafferstämme haben sich unter das sie kräftig schützende englische Protectorat be- geben. Es sind dies die oftgenannten Amafengu oder die Fingoes, welche jetzt in den Reihen ihrer Beschützer Fig.

Ein Mtuta. Diese Herero- stämme sind neuerdings durch häufige Einfälle der Digitized by Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

Ihnen nahe verwandt sind die bis an den Kunene reichenden Owambo. Als ein gewissermaassen rasseloses Volk dagegen sind die Bergdamara zu betrachten, die aus vielen heterogenen Elementen bestehend, vor ihren zahlreichen Bedrängern felsige Districte an den Grenzen der Kalihari in Besitz genommen haben.

Digitizec 58 Erstes Buch. Woher sind alle die A-Bantu gekommen? Nicht wenige europäische Reisende machen, wiewol nicht mit Recht, auf die der europäischen sich angeblich nä- hernde Körperbildung vieler dieser Stämme aufmerk- sam, sie sprechen sogar von unter jenen vorkommenden semitischen Physiognomien und Sprachlauten.

Die Bantuvölker üben die Beschneidung aus und er- innert bei ihnen manches an die Sitten der Stämme Nordostafrikas. Ihre eigene, allerdings nur dunkele Tradition weist auf einen nördlichen Ursprung hin.

Fritsch bemerkt, dass nach den Erkundigungen eines sehr zuverlässigen englischen Colonialbeamten selbst unter Fingoes die Erinnerung an gewisse schriftliche Aufzeichnungen, die in den ewigen Kriegen zerstört worden wären, noch bis heute nicht verloren gegangen sei.

In der That mahnt das ganze Sein der heutigen Kaffern an einen intellectuellen Rückgang derselben. Indessen er- innern hier im Süden Afrikas vorkommende Trümmer ehemaliger Staaten und die Reste mächtiger Bauwerke daran, dass selbst die jetzt so versimpelten Kaffern einmal im Stande gewesen sein könnten, bedeutendere Schöpfungen auf politischem und materiellem Gebiete auszuführen.

Ihm waren die Goldwäschereien unter- than, deren einer Theil noch jetzt mit so grossem Erfolge von neuem bearbeitet wird.

Stanley bemerkt, dass Monomotapa ehemals jenen Theil des südöstlichen Afrika eingenommen habe, den jetzt die Amatabele S.

Der König von Monomotapa hiess Benomotapa oder Kitewe. Schon ältere portugiesische Schriftsteller, wie De Barros, be- richten davon wie von einem Wunderwerk.

Sie soll hohe Steinbauten gebildet und Inschriften enthalten haben, welche letztere weder Portugiesen noch Araber zu entziffern verstanden.

Neu entdeckt wurden die Ruinen der Zimbaoe durch K. Sie scheinen in den letzten Zeiten durch Schwarze, wol Makoapa, welche hier Zuflucht gesucht, vielfach be- schädigt, selbst eingerissen worden zu sein, wahrschein- lich um die vorhandenen Bausteine zu benutzen.

Mauch fand keine Inschrift mehr vor, wohl aber rohe Orna- mente in Form von Zickzacklinien und ineinanderge- schobenen Vierecken. Ich habe die von Mauch ge- gebene Abbildung der Zimbaoe mit bildlichen Dar- stellungen verglichen, welche A.

Hübner von alten Be- festigungen im Amatabelelande, Werken der Maschona, gibt. Ich halte nun die Bauart der Zimbaoe für die- selbe wie jene der Maschona.

Aehnlich urtheilt Fritsch. Baines hörte über andere grosse Baureste 80 engl. Auch mir sind durch Missionare ähnliche, allein selbstständige Notizen beigebracht worden.

Wir haben hier also vielleicht Ueberbleibsel ehemaliger Kaffernherr- lichkeitvor uns. Weitere Forschungen und Nachgrabungen an derartigen Ruinenstätten werden uns wol dereinst mehr Aufschluss über die Geschichte der Bantuvölker bringen, durch deren bisheriges Dunkel ja leider nur wenig schwache Lichtblitze emporleuchten.

Auffallend ist die physische Aehnlichkeit vieler Bantu, besonders Zulu, Swazi und Suto, mit Bedjah. Zwar könnte man wol die Möglichkeit in Zweifel ziehen, dass ein aus dem fernen Winkel Südostafrikas stammendes Volk, eine nicht allzu bedeutende Zahl streitbarer Männer, einen grossen Theil des afrikanischen Continents zu durchmessen und überall hin den Schrecken seines Namens zu verbreiten im Stande gewesen wäre.

Allein unter den wilden, stets zur Gewaltthätigkeit geneigten Nigritiern Innerafrikas haben sich immer Leute gefunden, die einem heranrückenden muthigen Erobererstamme sich anzuschliessen und mit ihm gemeinsame Sache zu machen geneigt waren.

So konnte denn auch das ur- sprünglich an Zahl nicht bedeutende, aber aus despe- raten Kriegsleuten zusammengesetzte Djaggaheer auf seinen Wegen nach dem Innern durch fremden Zuzug lavinenartig anschwellen und dann im Sturm seines Vorwärtsdringens alles sich Entgegenstellende durch Schrecken lähmen und schliesslich im Blut ersticken.

Im rastlosen Kriegseifer Landschaft um Landschaft durchziehend, unter den Zwang einer furchtbaren Disci- plin gebracht, voll wilder, unbändiger Energie, konnten die national zwar nicht mehr als Djagga bestehen- den, wol aber von deren Sitte und Gesetz beherrsch- ten, bunt zusammengewürfelten Eroberer nach Ver- lauf von Jahren in Westafrika auftauchen, um endlich, sobald der Gipfelpunkt der Macht überschritten war, in der Masse widerstrebender Nigritierstämme allmäh- lich wieder zu verschwinden.

Noch in neuerer Zeit haben deren stattgefunden. So die Eroberungszüge der den Djagga von Kilima verwandten Amazulu, welche unter einer ganz ähnlichen Heeresverfassung wie jene zur Zeit ihrer scheusslichen Tem-Bana-Dumba stehend, von ihren Häuptlingen Utchaka, Udingaan und Umsele- katsi bis zu den Ufern des Limpopo und bis zur Mündung des Tugela geführt wurden.

Bevor nun der alles vor sich niedertretende Fuss der A-Bantu die fruchtbaren Ebenen am Oranje- strome durchmaass , wohnten von diesem aus bis hinab zum Cap der Stürme die Koi- koin oder Hottentotten.

Indessen glaube ich trotz- dem, dass auch für diese angeblich so abweichenden Ureinwohner Südafrikas der Tag kommen werde, an wel- chem ihre Einreihung unter die übrigen Nigritier durch naturgemässe Anreihung an aufgefundene Uebergangs- stämme ohne Zwang vorgenommen werden könne.

Ein Schwärm von mit fremdem, hauptsächlich euro- päischem Blute gemischten Bastardhottentotten, die sogenannten Griqua, setzten sich am Oranje- flusse in der Gegend von dessen Vereinigung mit dem Vaal fest und nahmen unter ihrem tapfern Glanshäupt- linge Andries Waterboer bei Lataku an der blutigen Zurückdrängung der S.

Ein nomadisirender Hot- tentottenstamm, die Korana Einheit Kora , hat im Gebiete des Oranje- und des Vaalflusses noch bis heute eine gewisse na- tionale Selbstständigkeit bewahrt.

Fritsch unterscheidet in diesem Stamme einen im wesentlichen den Gesichtsschnitt der Hotten- totten verrathenden gross und kräftig gewachsenen, sowie einen andern, verkümmerten, mehr an die Buschmänner erinnernden Ty- Fiff.

Kora -Hottentott. Endlich leben in Unabhängigkeit die Namaqua- Hottentotten zwischen Oranjefluss und der Damara- grenze, westlich von der Kaliharisteppe.

Sie sind zwar vielfach gemischt, zeigen aber doch im ganzen den Hottentottentypus noch wohl ausgeprägt. Eine höchst eigentümliche Stellung unter den Afri- kanern nehmen eine Anzahl zerstreut wohnender Stämme ein, welche sich durch ihre geringe Statur auszeichnen.

Es sind dies die Pygmäen oder Zwerge der alt- classischen Periode. Nach mancherlei völlig unsichern Afrikanische Menschenstämme und deren Wohnsitze.

Boinbi, ein Akka. Junger Buschmann. Lenz und die Mitglieder der deutschen Loango-Expedition aufgedeckt, und zwar dies als reelle, lebende Repräsentanten jener von den Alten mehr nebelhaft geschilderten Wesen.

Alle diese neuern Nachrichten stimmen nun dahin überein, dass die einen verwandten Namen wie Doko, Akka tragen- den Leute, und dass die Abongo kleine, im Durchschnitt — Millimeter hohe, Menschen bilden.

Kommen unter ihnen grössere Staturen vor, so liegt schon der Verdacht einer Mischung mit nigritischen Nachbarn nahe. Die augenscheinlich gute, wol nach einer Photo- Digitized by Google Afrikanische Menschenstämnie und deren Wohnsitze.

In der Unmöglichkeit, dieselbe hier wieder- geben zu können, lasse ich vorstehend wenigstens die aus freier Hand gezeichnete Darstellung eines Akka nach Schweinfurth abdrucken.

Marno lieferte nur Cari- caturen jener Leute. Nach Ansicht des letztern Forschers haben jene ehemals ganz Südafrika vom Cap bis hinauf zum Zambezi und wahrscheinlich weit darüber hinaus innegehabt.

Häufig wurden dieselben nur für degener irte Hotten- totten angesehen. Obwol sie mit letztern gewisse physische Eigentümlichkeiten gemein haben, so wird doch die erwähnte Behauptung sie seien nur entartete Hottentotten von Fritsch, Th.

Hahn u. Abgesehen nun von manchen physischen Stammesverschiedenheiten, von örtlichen Besonderheiten TIartmakx. Sie sind manchen Kennern Afrikas als Reste einer vielleicht uralten, einer urthümlichen Bevölkerung des sonderbarsten aller Continente erschienen, als Stämme, welche durch die Nigritier nach allen Richtungen hin auseinander ge- sprengt worden seien.

Indessen lässt sich doch aus vielerlei Vorkommnissen der Schluss ziehen , diese kleinen Leute ständen den eigentlichen Nigritiern nicht so fern, als manche anzunehmen geneigt seien.

Ich finde bei ihnen sowie bei den Hottentotten doch sehr vielfach die Eigenthiimlichkeiten der sogenannten Neger- rasse vertreten, wenn auch mit mancher speciell natio- nalen Umformung.

In ähnlicher Weise verhalten sich die Buschmänner in Südafrika. Das, was man Zwergvölker nannte, existirt also wirk- lich als eine Reihe zerstreut lebender Negerstämme, die physisch und geistig degenerirt, ein unstetes Leben führen; nur sollte man bei diesen Zigeunern unter den Negern vorsichtiger mit dem Worte Zwerg sein, da sich daran Vorstellungen knüpfen, die den thatsäch- lichen Verhältnissen nicht entsprechen u.

Neben Afrikanische Menschcnstämmo und deren Wohnsitze. Auffallend hierbei ist ge- wiss die Thatsache, dass sich diese durch geringere Körpergrösse cliarakterisirten Völker in Gegenden vor- finden, wo die Temperaturverhältnisse die grössten Ex- treme aufweisen.

Lenz unterschreiben, erkenne jedoch gern, dass seine anregende Behandlung eines interessanten, leider noch vielfach dunkeln Gegenstandes die Beachtung solcher Afrikareisender verdient, die dereinst nicht als Dilettanten in der Menschenkunde, sondern als wirkliche anatomisch gebildete Anthropologen ihre Ziele verfolgen werden.

Lenz hat jedenfalls hier wie überall sonst in den von ihm bereisten Gegenden Afrikas mit dem Auge eines echt wissenschaftlichen und scharfsinnigen Beobachters gesehen.

Digitized by Google ZWEITES BUCH Von der körperlichen Beschaffenheit der Afrikaner. Als Aiisgangsgegenstand unserer Betrachtungen müssen wir auf diesem Gebiete die Retu oder Aegypter, das uns als das älteste bekannt gewordene afrika- nische Volk, in genauere Erwägung ziehen, lieber den physischen Habitus jener unterrichten uns die Denkmäler, die Mumien und die lebendigen Zeu- gen, denen wir noch zur Zeit im Nilthale begegnen.

Die ägyptischen Männer sind im all- gemeinen von gefälliger Körperbildung. Sie haben breite Schultern, jene trapezoidische Form des Brust- kastens, welche wir als das Hauptattribut eines wohl- gewachsenen Männertorso zu betrachten pflegen, gut entwickelte, plastisch hervortretende grosse Brustmus- keln, ein schön gebogenes Rückgrat, eine schlanke Hüftgegend , ziemlich muskulöse Gliedmaassen , feine Knöchel, nicht grosse Hände und Füsse.

Die Finger sind schmal, die Zehen gerade und wohl gesetzt, die Ferse ist nicht dick und nicht vorstehend. Am Ge- sicht ist die Stirn ziemlich hoch und zurückgebaut, nach den Schläfen hin im Querdurchmesser abnehmend, der Scheitel ist abgeflacht, der Hirnschädeltheil des Kopfes langgestreckt, das ganze Haupt dolichocephal oder langköpfig.

Die Augen zeigen die bei diesem Volke so häufig geschilderte langgeschlitzte, den Con- touren einer Mandel ähnliche Form. Sie werden von Digitized by Google Von der körperlichen Beschaftenheit der Afrikaner.

Die Iris ist dunkelbraun. Die Nase ragt stark hervor, zeigt einen etwas breiten Rücken und ist seltener gerade, häufiger vielmehr leicht gebogen, biegt an der Spitze ziemlich rechtwinkelig in die öfters nach unten convexe Scheidewand um und besitzt breite Flügel.

Der Mund ist nicht gross, die Lippen sind aber fleischig, manchmal üppig, selbst gewulstet. Die Nasenlippen- linie ist ausgebildet und die Nasenrinne ist breit, tief.

Die Wangen sind breit, das längliche Kinn ist klein, zart, zurückgebaut. Die wohlgeformten Ohren sind hoch und stark nach hinten angesetzt, welches Ver- hältniss auf den antiken Bildwerken und Malereien übrigens leider zu übertrieben dargestellt worden ist.

Immerhin macht das Aegypterprofil einen charakte- ristischen Eindruk, namentlich mit seiner weiten Er- streckung zwischen Kinn und Ohr. Morton hat den Gesichtswinkel im Mittel zu 78 Grad berechnet.

Am Knochengerüst dieser Leute ist eine gewisse Zierlich- keit, Schlankheit nicht zu verkennen. Bei den Frauen wiederholen sich die eben beschriebenen typischen Eigentümlichkeiten in der für das weibliche Geschlecht gemilderten Weise.

Die jungen Mädchen sind ungemein gracil. Eine hübsche Darstellung nackter junger Aegyp- terinnen bieten die mit ihrem königlichen Vater ein dem Schach ähnliches Spiel treibenden Töchter Ramses' III.

Uebrigens hat der Reisende noch jetzt Gelegenheit, Studien über den Körperbau solcher Wesen zu machen, nicht nur bei Beobachtung der häufigen Badescenen, sondern auch beim Passiren überschwemmter Strecken und seichter Nilarme durch Marktleute u.

Dem Arzte zeigt sich die Aegypterin ohne Prüderie und Ziererei. Sehr schön sind bei diesen Personen die Schultern und zuweilen auch der Oberarm geformt.

Der Oberschenkel, Unter- arm und Unterschenkel sind öfters zu mager, obwol es in dieser Beziehung auch nicht an rühmlichen 70 Zweites Buch. Ausnahmen fehlt.

Die Brüste sind in der Jugend oval, prall, werden aber mit zunehmender Körperentwicke- lung und nach wiederholten Geburten welk , sogar hängend.

Die Körperfarbe dieser Leute ist ein bronzeähnliches in Röthlichbraun und in Ledergelb spielendes Braun. In der Thebaide sieht man öfters ein kupferiges Haut- colorit.

Dagegen möchte ich die hierbei von manchen Reisenden beliebte Bezeichnung des Milchkaffees Cafe au lait verwerfen, nicht blos für Aegypter, sondern für Afrikaner überhaupt, denn die Farbe dieses Auf- gusses erscheint viel zu stumpf.

Das Haar ist raben- schwarz und nicht sehr fein. Die Alten Schoren das- selbe sehr häufig kurz ab, manchmal aber Hessen sie es auch lang wachsen.

Viele Altägypter, auch Männer, benutzten langhaarige Perrüken, und diese bekamen dann jene complicirten und abenteuerlichen Frisuren, welche wir noch jetzt bei den Bedja, Funje, Niara- Niam u.

Die Frauen flochten ehemals wie noch gegenwärtig ihr Haar in viele kleine Zöpf- chen, denen reicher Schmuck an Perlen, Edelsteinen, Plättchen von edelm Metall u.

So zeigt sich der reinere Retutypus S. Man muss nun gestehen, dass er zwar ein eigentümlicher, aber anmuthiger sei. Wer möchte nicht den edeln Kopf Ramses' des Grossen bewundern, dessen prächtige Stirn der hohe phantastisch verzierte Kriegshut über- ragt, einen Kopf, welchen man an so vielen Kolossen findet zu Mitrahinna, Theben, Derr und Ipsambul.

Dieser Retutypus findet sich in Afrika auch unter Berabra, Bedja und Nigritie rn häufig wieder. Er ist ein in der afrikanischen Menschheit eingewurzelter.

Wer die Verschiedenartigkeit desselben vom semitischen erkennen will, möge nur die Völkertafeln des grossen Reichstempels zu Karnak betrachten , woselbst der spitzbärtige, spitz- und krummnasige Syro-Araber mit so unbeschreiblicher Naturwahrheit dargestellt ist , oder man wende sich zu den Riesenbildern en relief, welche Digitized by Google Von der körperlichen Beschaffenheit der Afrikaner.

Nun zeigt übrigens das heutige Aegyptervolk seine vielfachen Beimischungen fremden Blutes unter eine reichliche männliche und weibliche Individuen- zahl, namentlich der Stadtbewohner.

Harte, trockene Physiognomien von wahrhaft böotischem Ausdruck, bald mit dicken breiten, bald mit gebogenen jüdischen Nasen, ein breiter, dünnlippiger Mund, knochiger Gliederbau, grobe Hände und grosse ausgetretene Füsse erscheinen neben einem Habitus, dem schon der nigri tische nicht mehr fern steht.

Wenn man in Zagazig, Kairo oder Abu-Girgeh die Sinai- Beduinen mit ihren Stein- bocksgehörnen, Gazellenhäuten und Dattel Würsten über die Gassen schlendern sieht, so wird es selbst einem geübten Be- obachter zuweilen schwer, von ihnen, den echten Kindern des peträischen Arabiens, ge- wisse , den gemischten Theil der ägyptischen Bevölkerung Fig.

Dann aber, als ich um Djidda, Gumfudda und Yambo ausgehobene arabische, nach Kreta bestimmte Rekruten durch Alexandrien ziehen oder den ehrwürdigen syrischen Gross-Scheeli Mohammed-el-Duchi mit grossem Gefolge in die Musqie zu Kairo einreiten sah , welcher Unterschied doch zwischen ihnen und den Fellachin!

Uebrigens machen viele Bestandtheile der heutigen ägyptischen Bevölke- rung den Eindruck körperlicher Herabgekommenheit.

Schwere Auflagen, Noth und gewisse endemische Krank- heiten, wie Bleichsucht, Blutharn, Syphilis, Fieber u.

Die dickbäuchigen , schlottergliederigen Kinder, welche unsere Touristen an den Tempelpforten Digitized by Google 72 Zweites Buch.

Es soll übrigens damit nicht etwa gesagt sein, dass wir die Retu je als volle Ideale von Ebenmaass, Kraft und Gesundheit zu betrachten geneigt wären.

Wer damals sich nilaufwärts begeben, hat die Stromufer in üppigen Saaten prangend erblickt. Selbst zur dürren Zeit, wenn Gott Seb sein Unwesen getrieben, hat die Land- wirtschaft des blühenden Reichs dennoch nicht brach gelegen.

Schöpfräder haben in Einschnitten der Ufer- böschungen geknarrt, Schöpfeimer sind an ihren Hebe- balken auf- und niedergegangen, um das Wasser des jetzt niedern Stroms auf die dermalen gänzlich trocken- gelegten Culturflächen zu leiten.

Im dichten Schatten der Sykomoren, im zweifelhaften der Nilakazien, der Stunden weit sich erstreckenden Dattelpalmen, der Bananenpflanzungen erhob sich Dorf an Dorf, die kleinen, pylonartigen, aus Luftziegeln erbauten Häuser mit freund- lichem Anstrich, mit crenelirten Simsen und fenster- reichen, thurmartigen Anbauen geschmückt.

Bunte, hieroglyphenähnliche Malereien, oft sehr sinnige Dar- stellungen des profanen Lebens der Inwohner dar- bietend, zuweilen Miniaturinschriften und Sprüche in hieratischer Textart, die sich guirlandenartig um die Thürpfosten hinzogen, erhöhten das Malerische des Eindrucks.

In den Gassen der Ortschaften, an den Uferabhängen, auf den Feldern, in den Pflanzungen erblickte man bräunliche , wohlgestaltete , geschäftige Leute.

Hier wurde der Boden mit dem Grabscheit gelockert, dort wurden die Fruchtbäume verschnitten, hier das Fluss- Digitized by Von der körperlichen Beschaffenheit der Afrikaner.

Volkreiche Städte haben damals von Zeit zu Zeit das Auge des Reisenden gefesselt, kenntlich an ihren hohen Mauern mit stattlichen Thoren, an den mächtig emporragenden Pylonen und Säulenreihen stolzer Tem- pel, zu deren Adyten menschliche Kolossalstatuen und lange Alleen ruhender Löwen- oder Widdersphinxe geführt.

Dichtes Gewühl in den engen heissen Strassen, lebhaftes Marktgetreibe auf den öffentlichen Plätzen inmitten der Berge von Garten- und Feldfrüchten, der Scharren voll Fleisch, der grossen bestachelten und bepanzerten Fische , der mit Indrustrieerzeugnissen mannichfaltig8ter Art ausgestatteten Bazare.

Aus offenen Hausthüren erschollen der eintönig-wilde Rhythmus der Handpaukenschläge, das disharmonische Knarren der Doppelrohrflöte oder auch das melodischere Saiten- schwirren der Harfen.

Gaffer aus allerlei Volk um- lagerten die Psyllen, welche ihre gezähmten Paviane und halbverhungerten, der Giftzähne beraubten Schlan- gen producirten, auch wol einen verstümmelten Skorpion über ihren Arm laufen liessen.

Nach der falben Wüste zu trieben stämmiger Lastesel schwer- bepackte Scharen. Zu gewissen Zeiten wimmelte es auf den Spiegel- flächen des Nil von überaus prächtig verzierten Barken, 74 Zweites Buch.

Noch heute, nach Verlauf so vieler Generationen, bietet das Land im wesentlichen einen nicht sehr ver- schiedenen Anblick vom ehemaligen dar.

Freilich ist es nicht mehr so blühend, so volkreich. Druck und Elend haben ihre Spuren eingegraben in die Scholle der Osiris und Isis.

Aber trotzdem bleibt Aegypten auch heute noch jenes anmuthige Gebiet am heiligen Strome, nach dessen gebenedeiten Wassern der so häufig wieder lechzt, welcher schon einmal davon ge- trunken.

Auch jetzt knarrt das Schöpfrad, schaukelt der Schöpfeimer am Hebebaume, noch grünt wie ehedem die Saat, spreizt sich das Haifagras.

Sykomoren wer- fen ihren Schatten. Unter den Palmenhainen hackt und bewässert der Insasse den Boden, weidet sein Rind, die monumentale Ziege mit den Schlappohren, schöpft sein Weib Nilgabe mit dem Kruge, wie er schon in den Gräbern im alten Reiche zu Memphis abgebildet worden.

Die Sittenpolizei scheint auch diese Damen genau im Auge behalten und ihr Tun und Treiben sorg- fältig überwacht zu haben, nicht um dieses zu inhibieren, sondern um die eigene Neugierde zu 1 ibidem, S.

So erfahren wir aus dem Berichte des Poli- zeiinspektors Marais, dass die Marquise de Pierrecourt das Lusthaus der Kupplerin Erissault für ihre ausserehelichen Liebesaben- teuer benutzte.

Sein SpezialkoUege Meusnier schildert die Erfolge der schönen Baronin Le Blanc, die den Erzbischof von Beauvais, den Herzog von Grammont, Herrn de Bernage und viele andere ihre Gunst gemessen liess.

Damen der vornehmen Gesellschaft zusammen- setzte, zu denen z. Im Jahre gelang es aber ihrem argwöhnischen Gatten, sie in flagranti zu ertappen, und zwar in einem der Häuser der Gourdan, wo sie festgenommen und ins Gefängnis geführt wurde, während die drei genannten Kupplerinnen dasselbe Schicksal ereilte.

Frau d'O p p y wurde gegen den Einspruch ihres. Gatten nach drei Monaten freigelassen, auch der Gourdan gelang es dank ihren vor- nehmen Verbindungen frei zu kommen, die M o n- tigny und Varenne wurden zu der damals üblichen entehrenden Strafe verurteilt, rück- wärts auf einem Esel durch die Stadt zu reiten, wovor die Montigny sich schliesslich durch Zahlung von Livres noch rettete.

Brüsseler Neudruck. Als unersättliche Messaline sjoielt auch die Herzogin von Polignac — in un- zähligen Schriften eine EoUe. In vielen Eroticis wird sie als eine Art von Muster hingestellt.

So hat sich auch Juliette in der 5,Histoire de Juliette" des Marquis de Sade diese berühmte Libertine als Vorbild für ihre Polyandrie genom- men und zitiert ein derb-zynisches Wort der- selben über ihr ausschweifendes Leben Histoire de Juliette, Bd.

III, S. Aehnlich der Herzogin von Polignac war die Gräfin von E g m o n t , deren Tod, wie Bachaumont sagt, von den Grazien, den Musen und den Göttern der Liebe in gleicher Weise be- trauert wurde.

Sie war die Tochter des Herzogs von Eichelieu und Schwester des Herzogs von Fronsac und verleugnete nicht das leiden- schaftliche Blut ihrer Familie, sondern war diesen beiden ebenbürtig in Bezug auf wilde sexuelle Ausschweifungen.

Moeurs du XVIIIe siecle", Paris So verdiente sich Madame de Senneville im Bordell der Brissault für eine einmalige Hingabe an den Rat Delalive und an den Marquis de Monroy je 10 Louisdors.

Es gab Eifer- suchtsszenen oder auch zynisch-ironische Bemer- kungen, wie z. Neuere Forschungen über die Lust- häuser petites maisons der Vornehmen.

Durch das schon öfter erwähnte, im Jahre erschienene Werk des jungen Pariser Ge- lehrten G-aston Gapon haben wir, man darf sagen den ersten wirklichen und lebendigen Ein- blick in jene dem Rokoko eigentümliche und für diese galante Zeit so charakteristische Einrich- tung der Lusthäuser bekommen, die sich die vor- nehme französische Gesellschaft ausschliesslich für die Zwecke ihres Vergnügens, für Liebe und Lust und den Genus s von Weib und Wein er- bauen liess.

Y v e - P 1 e s s i s dem Buche C a p o n s beigegebene Einleitung, die Seite I — XVI einnimmt. Der Ursprung der petites maisons geht bis auf die Zeit der Eegentschaft zurück, als die ernsten, monumentalen Paläste, die unter Lud- wig XIV.

Man sehnte sich nach einer gefälligeren Einkleidung seiner Liebesabenteuer,, man wollte leichte, sonnige Eindrücke dabei um sich haben. III; S.

Diese meist draussen in Wald und Grärten versteckten Villen machten geheime Zusammenkünfte und die Veranstaltung ero- tischer Soupers in ganz besonderem Masse mög- lich.

Gewöhnlich begaben sich Damen vom Stande in einfachen Equipagen dorthin, um weniger die Blicke der Gaffer auf sich zu lenken. Der Herr des Hauses kam eben so heimlich hin und das Liebespaar konnte ungestört sein Bei- sammensein gemessen.

Höchstens waren das Kammerkätzchen von Madame oder der Diener von Monseigneur die Vertrauten dieses zärtlichen Geheimnisses. Das waren die noch halbwegs an- ständigen Eendezvous in den petites maisons.

Oefter vereinigten sich in denselben mehrere Herren und Damen zu einer mehr priapischen Orgie, wo man alle Scham verbannte und sich in der schmutzigsten Unzucht wälzte, häufig in adamitischem Kostüm und unter dem Einflüsse des Alkohols.

Eine Spezialität der Lusthäuser bildeten die vom Herzog von Eichelieu ein- geführten ,,petits Soupers", von denen weiter unten in anderem Zusammenhang die Eede sein wird.

Den Besitz einer petite maison konnte sich nur ein sehr wohlhabender Mann leisten, wes- halb ein ingeniöser Finanzpolitiker, der Abbe C o y e r , den Vorschlag machte, die Steuern dar- nach zu bemessen.

Er meinte, dass man als Be- sitzer eines gewöhnlichen Hauses grande mai- son 30 Livres Rente haben müsse, als sol- cher eines Lusthauses petite maison aber — 76 — Denn dieses sei gewöhnlich ,,un azile de plaisir et d'abondance".

Deshalb müsse man es besonders besteuern. Jahr- hundert an. Der Ver- fasser führt uns in das Lusthaus eines gewissen Valere, der das Vertrauen seines Freundes Cli- tandre mit der koketten Cidalise, der Maitresse des letzteren täuscht.

Auch Julie, die verlassene Geliebte des Clitandre, spielt eine Polle in dem Stücke, welches uns einen Einblick in das Trei- ben in den petites maisons gewährt.

Bastide findet sich eine Erzählung ,,La Petite Maison" mit folgendem Inhalt : Tremi- cour besitzt am Ufer der Seine ein herrliches Lusthaus.

Er zeigt dieses eines Tages seiner Freundin Melite, in der nicht unberechtigten Hoffnung, dadurch leichter die Tugend einer schönen Frau zu besiegen, wenn man sie an einen Ort führt, wo alles auf Wollust deutet.

C o y e r ,,Decouverte de la pierre pliilosophale", Paris So lernen wir genau das reiche Inventar einer petite maison, in Bezug auf Architektur, Malerei, Skulptur, Möbel und Nippsachen kennen.

L'Esprit des moeurs du XVIIIe siecle ou la Petite Maison, proverbe en 2 actes et en prose. Traduit du Congo. II fut represente ä la cour du Congo et il devoit l'etre en G le jeudi de la premiere semaine de Careme sur le theätre de Mlle.

Guimard, s'il en faut croire le manuscrit trouve ä la Bastille, le 15 juillet de , nie edition. Dabei wird sie vom Präsi- denten überrascht, der in Begleitung von Stutzern und Opernmädchen erscheint.

Nach einer pro forma erfolgten Abbitte, lässt sich die vornehme Dame dazu herab, sich an der nun folgenden ge- meinschaftlichen Orgie zu beteiligen, als plötz- lich ihr Gatte, der Marquis von Palmareze ein- tritt und sie verhaften lässt.

Auch de S a d e erwähnt öfter die petites mai- sons in seinen Komanen. In ,,Aline et Valcour'' I, haben der Präsident de Blamont und sein Freund Dolbourg ein Lusthaus zu gemeinschaft- lichem Gebrauche, in der Nähe des Montmartre, wo sie dreimal in der Woche dinieren ent- sprechend den drei Soupers in einem zweiten, eben- falls ihnen gehörigen Lusthause.

Auch befindet sich im ersteren ein Harem von zwölf kleinen Mädchen. Die vier Helden in dem von mir neuerdings aufgefundenen, bisher unveröffentlichten Komane de Sa des ,,Les journees de Sodome ou l'Ecole du Libertinage" vergl.

Uebrigens beschränkte sich die Sitte der petites maisons durchaus nicht auf Paris, son- dern fand auch in der Provinz Nachahmung.

Jahrhunderts zusam- mengestellt und so der Vergessenheit entrissen, indem er, gestützt auf alte Dokumente und Bau- berichte in systematischer Weise die einzelnen Stadtteile und Strassen von Paris durchging, so dass wir über die topographische Verteilung der petites maisons die genauesten Nachrichten er- halten.

An dieser Stelle sollen nur einige der be- rühmtesten petites maisons, die in der franzö- sischen Sittengeschichte des Jahrhunderts eine EoUe gespielt haben, genannt werden.

Le matelat de ce lit, peu eleve, etait de satin puce. II y avait au milieu de la piece une sorte de toilette, basse aussi, pour ne pas borner le coup-d'oeil des acteurs : sur cet autel de la sensualite etaient les parfums les plus agreables : les uns brulaient dans une grande cassolette, les autres en pätes, en eaux, en pomades- etaient dans de tres-jolis vases de cristal ou de porcelaine.

Une porte de glace s'ouvrait ä volonte, et on entrait dans une garde-robe, oü on trouvait ce qui peut etre necessaire aux ablutions.

Er hatte auch ein Theater hier eingerichtet, auf dem die Ballettänzerin Fräulein Leclair ent- zückende Tänze aufführte. Am Ok- tober erhob sich der kühne erste Pionier der Luftschiffahrt, Pilätre de Bozier, Fuss hoch in die Lüfte.

Beim Beginne der Revo- lution, am April , wurde das Haus ge- plündert, die Möbel zerschlagen und ein Teil des Gebäudes in Brand gesteckt.

Auch ein kleiner griechischer Tempel mit Statuen war dabei. Hier führten später Herr und Frau von Genlis ein sonderbares Leben.

Er verbrachte jede Nacht hier mit seinen zahl- 1 Journal de Barbier, Paris Capon a. Dies Gebäude war von dem Architekten des Königs Charpentier in römisch - ionischem Stile erbaut worden, mit herrlicher Säulenfassade, prachtvollem Entree und Treppenauf gang.

Dahinter lag ein runder Saal, der ,, salon de stuc". Im 1 Journal des inspecteurs de M. Döhren, Neue Forschungen über de Sade. Q — 82 — Garten erhob sich inmitten herrlicher Alleen eine von zwölf in Form von Arkaden angeordneten Linden umgebene Statue des Apollo.

Etwas weiter zurück bildeten siebenundzwanzig solche Bäume eine grosse Eotunde. Im Bassin der Orangerie stand eine Andromeda-Statue, und am Ende des Gartens verlor der Spaziergänger sich in die schattige Wildnis eines Wäldchens.

Dieses Meisterwerk der Bau- und Garten- kunst wurde allgemein bewundert. Der König und die Prinzen kamen oft dorthin.

Aber nicht minder empfing der weiberfrohe Besitzer die sämtlichen Insassinnen des Bordelles der H e c - quet, die sich hier nach Herzenslust umher- tummelten.

Hinter diesen Säulen stellten Bas-Keliefs den Triumph der auf einem von iVmoretten gezogenen Wagen sitzenden Muse des Tanzes dar, die von 1 Capon a.

Es hatte ein Parterre, offene und verdeckte Logen und fasste nicht weniger als Personen. Die übrigen Zimmer waren sehr galant und reich eingerichtet.

Es waren ein Schlafzimmer, ein Salon für das Ver- gnügen und ein Speisesaal, in dem zwei Wasser- bassins mit Najaden Frische und Kühle verbrei- teten.

Auch der kleine G-arten hatte sein beson- deres Gepräge. Ein anderes berühmtes Lusthaus, das vor den Sammelpunkt der jungen, reichen und glänzenden Hof-, Militär- und Finanzwelt bildete, war dasjenige der in den Annalen der Galanterie eine so grosse Polle spielenden MUe.

Düthe, einer Courtisane von Fach. Sie hatte sich dieses kokette Häuschen für alle Schliche und Zwecke versteckter Liebe einrichten lassen.

Es enthielt alle möglichen mysteriösen Winkel, dunklen Wan- delgänge, geheimen Ausgänge und verborgenen Treppen. Hier erteilte die in der Ars amandi er- fahrene Lehrmeisterin dem jungen Herzog von Chartres die ersten Lektionen.

So bezauberte sie die Männer, die sich wie Herr von Genlis- für sie ruinierten, und hatte einen männlichen Harem um sich wie der Prinz von Soubise einen weiblichen.

Dieser Garten war ein bezauberndes Idyll von Statuen, Bosketts, Waldpartien, Terrassen. Der Salon in der ersten Etage war mit den herrlich- sten imd kostbarsten Möbeln ausgestattet, feen- haft erleuchtet, welcher Glanz durch grünseidene Vorhänge gemildert wurde, so dass der Blick mit Ruhe auf marmornen Konsolen und antiken Vasen verweilen konnte.

Eine ebensolche verschwende- rische Pracht bot der Speisesaal dar. In dem mit Chinapapier tapezierten Toilettenzimmer be- fanden sich alle notwendigen Utensilien für die ,,ablutions intimes".

Der nach dem letzteren hin gelegene Salon war mit Sofas, mit rot-weissen FauteuilSy 1 Capon a. Tafel X. Hier überliess sich Camilla allen Keizen eines leichtfertigen Lebens, gab herrliche Feste imd petits soupers, an denen die berüchtigsten Libertins teilnahmen.

Die Freude war aber nur kurz, schon nach einem Jahre starb die Eigen- tümerin im Alter von 33 Jahren. Man erklärte ihren Tod aus ,,den Folgen eines zu wollüstigen Lebens, wie es häufig diesen Damen begegnet, die das Leben kurz, aber gut haben wollen.

Solcher Art war das ,,Cabaret Magny", an der Ecke der rue de Clichy und der rue St. La- zare, bestehend aus Haus, Pavillon und Garten, da wo heute der Platz der Trinite-Kirche ist.

Der grosse Garten enthielt in dichten Gebüschen ver- borgen lauschige und geheimnisvolle Winkel für Liebespärchen.

Die Zimmer des Pavillons waren sehr sorgfältig für galante tete-ä-tetes und Sou- pers eingerichtet. Die Zuvorkommenheit und Verschwiegenheit des Besitzers Magny führten 1 ibidem, S.

Eine noch geheimere Klientel dieses Lusthauses war die Geistlichkeit, die allerdings öfter von dem Polizeipräf ekten d e Sartines bei ihren unpriesterlichen HandluhT gen überrascht wurde.

Ihnen noch den Ort des Kendezvous mitteilen. Es ist in meiner petite maison des Carrieres. Ich werde Sorge dafür tragen, dass Sie daselbst ein galantes Souper vorfinden.

Ein einziger Diener, der weder Sie noch die Dame kennt, wird alles besorgen. Morgen wird sich die Gräfin bei einbrechender Dämmerung dahin begeben. Sie werden mit dieser Anordnung zufrieden sein, allein ich bin noch mehr Ihre Freundin als Sie denken.

Die Gräfin, so liebenswürdig sie auch ist, kann Ihr Bedürfnis nach Vergnügen nicht 1 ibidem, S. Ich kenne sie. Zuerst ist sie ganz Hingebung und Wollust, dann wird sie in- dolent und gleichgültig.

Nach Tische muss sie sich zurückziehen, und Sie können sie nicht be- gleiten, ohne sie blosszustellen.

Was werden Sie nach ihrem Fortgange tun? Werden Sie voll von Wünschen allein in der petite maison sich zur Euhe begeben? Das hiesse Ihnen einen hässlichen Streich spielen.

Bewundern Sie daher meinen Eifer für Sie. Ich werde Anordnungen treffen, dass Sie nicht lange allein bleiben. Eine junge Person wird die G-räfin ersetzen.

Da sie lebhaft und geistreich ist, können Sie die Unterhaltung mit ihr so weit führen wie es Ihnen gefällt. Ich werde Sie am folgenden Tage beim Frühstück darnach fragen.

Leben Sie wohl. Wieviel Erkenntlichkeit schul- den Sie mir Dieser Brief gibt uns in der Tat eine sehr anschauliche Vorstellung von dem Treiben in diesen zu den Bordellen gehörigen Lusthäusern.

Die eigentlichen Kupplerinnen von Beruf waren meist gleichzeitig die Inhaberinnen der 1 ,,Die Sitten von Paris", Gotha Vorrede S.

Sie erklärt: ,,Was es nur Schönes an galanten Frauen gibt, habe ich immer vorrätig. Bei mir verkehren nur Männer der besseren Ge- -sellschaft : Prälaten, Lords, Magistratspersonen, Offiziere, Generäle, reiche Kaufleute".

Die Rich- tigkeit dieser Behauptung geht aus den Forsch- Aingen C a p o n s über die Dienste der Kupple- rinnen zur Genüge hervor. Aber auch Männer wandten sich gelegent- lich diesem fragwürdigen Berufszweige zu.

So war der Türhüter des Gouverneurs des Palais - iRoyal ein unter den vornehmen Lebemännern :sehr bekannter Kuppler.

Er kannte alle der Un- -zucht ergebenen Frauen und Mädchen und wusste sie herbeizuschaffen. Er hatte zwei Häuser, das eine im freien Felde an der Barriere Blanche, das andere in der Stadt in der rue Tire-Boudin, gegenüber dem kleinen Ausgange der Comedie Frangaise..

Zu ihm kamen die Mädchen jäger, die Edelleute,. Stutzer, Libertins und Eoues, um die oder die- Schönheit zu besitzen.

Er allein verstand es, sick eine gefällige Miene zu geben, sich bei den femmes ä la mode Eingang zu verschaffen und ihnen den Wunsch einzuflössen, sich einige Louisdor mehr zu ihrer gewöhnlichen Rente hin- zuzuverdienen.

Anfangs berichtete der Polizeiinspektor Marals, dass ,,die Herren so knapp an Geld seien, dass die hübschesten Mädchen sich in dem Absteigequartier des Brissault einfänden und ihn um seine Vermittelung bäten.

Berichten als ,,le plus habile, mais aussi le plus fourbe courtier d'amour de l'epoque''. Diese aber lief zur Polizei, und Marais- erzählt in seinem Berichte: ,,Das Mädchen kam 1 ibidem, S.

Zweimal hätte sie dieselben schon gewähren müssen, aber dieser Wunsch flösse ihr Abscheu ein, da er ebenso ab- stossend wie hässlich sei.

Dies war Pere E ab r e , der im geheimen einen flotten Handel mit Mädchen betrieb, wo- von ein Beispiel erzählt werden möge, um die Art des Vorgehens dieses würdigen G-eistlichen zu illustrieren.

Als er einmal erfahren hatte, dass die Witwe B o i s s e 1 e t eine hübsche Tochter, eine Spitzen- macherin, besässe, führte er sich unter dem Vor- wande der Empfehlung einer Dame bei ihnen ein und.

Wenn sie ihn wünschten, hätten sie sich nur für den folgenden Tag, Donnerstag, den 6. August , bereit zu halten.

Er würde ihnen dann einen Brief an den Marquis de Pertuis in der rue Saint-Louis-au-Marais mitgeben. Am folgenden Tage kam der Pater um 7 Uhr morgens im Eiaker zu ihnen und erbot sich, da die Mutter noch zu tun hatte, selbst das Töchter- chen hinzuführen und Herrn de Pertuis vor- zustellen.

So fuhr denn das junge Mädchen allein 1 ibidem, S. Bekannt ist ja vor allem, wie der grosse Weiberbedarf des Königs Lud- wig XV.

Es sei hier nur an die Geschichte des Fräulein K o m a n erinnert, in der auch Casanova eine Eolle als Kuppler spielt. Ludwigs XV.

Privatleben in einer bisher unbe- kannten Partie beleuchtet, wie das Grift auch den ehrbaren Bürgerstand der Provinz durch- drungen hatte.

So sicher konnte der Chevalier de Seingalt auf den lüsternen Gaumen des Sul- tans rechnen, dessen Kennerschaft kein ,, Königs- bissen" in seiner Nähe entging; und so untrüg- lich waren die Schlüsse des Italieners auf fran- zösische Weiberherzen, dass er es wagen durfte, einem jungen, noch unverführten Mädchen, so- wie dessen nächsten Angehörigen die Nativität zu stellen: das schöne Kind würde, ginge es vor- dem achtzehnten Jahre nach Paris, die Geliebte- des Königs werden, und, überhäuft mit Keich- tümern, einen Sohn zu fürstlichen Ehren, einen zweiten Duc de Maine, gebären.

Grossmütig half der Prophet, diesmal uneigennütziger als je, mit seinem Golde ; Mademoiselle Roman reiste- im nächsten Winter im gläubigsten Vertrauen zu einer Tante nach der Hauptstadt, und stand bald auf dem Gipfel ihrer jungfräulichen Wünsche!

Es hat sich über das Treiben einer gewissen E i c a r d ein Bericht an den Polizeipräf ekten H e r a u 1 1 erhalten, der ein grelles Licht auf diese Zustände wirft.

Der Polizist Guillotte berichtet : ,,Seit ungefähr sechs Monaten beobachtete ich auf dem Pferdemarkte eine Frau, ein junges Mädchen und einen Mann.

Die Frau hat mich heute angesprochen, als ich mit einem Freunde hinter der Mauer der Salpetriere promenierte.

Die Tochter unterhielt sich unterdessen allein mit meinem Freunde, während der Mann, der Vater dieses Mädchens, einige Schritte vor uns ging. Nachdem sie mir die Kelze ihrer Tochter auf-.

Endlich erhielt der Polizist den folgenden geschriebenen und vom Vater unterzeichneten Kontrakt, der noch heute in der JBibliothek des Arsenal unter der Bezeichnung Dossier Kicard" als merkwürdiges sittenge- schichtliches Dokument aus dieser Zeit aufbe- wahrt wird.

Dieser Vertrag lautet : ,,Wir Unterzeichnete, Frangois Kicard und seine Frau Perrine Eicard geborene Boette, ver- sprechen dem Herrn Frangois Jacques Guillotte, ihn nicht wegen der Kinder zu behelligen, die er von unserer jüngeren 18 jährigen Tochter Marie Anna Eicard haben könnte, und willigen ein, dass er mit ihr verkehre als wenn sie seine Frau wäre, vorausgesetzt, dass er vorher Livres zahlt, ihr den Unterhalt gibt und ebenso uns, die wir schon bejahrt sind, nämlich beide 62 Jahre alt, und dass er sich auch der Kinder, die er von unserer Tochter haben wird, annimmt.

Geschehen zu Paris mit unserer gemeinschaftlichen Zu- stimmung, am Mai Mai wurde das- würdige Paar verhaftet, blieb aber nur kurze Zeit im Grefängnis, da solche sehr häufig vorkommen- den Fälle mit grosser Nachsicht behandelt wurden.

So empfing eines Tages die Kupplerin La B r e z e in der rue Saint-Anne den Besuch eines Fräulein Marie Dascher, deren sie be- gleitende Mutter den Wunsch aussprach, sie möge für ihre Tochter irgend einen hohen Herrn ausfindig machen.

Die B r e z e fand, dass das Mädchen schön genug sei, um Ludwig XV. Sie promenierten lange in der Galerie. Endlich schien das Geschick ihnen günstig zu sein.

Seine Majestät bemerkte- sie, aber ach! Kurz, Fräulein D a s c Ii e r kehrte in Bezug auf den König enttäuscht von Versailles zurück und musste sich mit den gewöhnlichen Kunden der B r e z e begnügen.

Ihnen entsprechen 17 männliche Kuppler als ,,agents de Sodomie". Wir werden später bei den Aus- führungen über die Päderastie im Jahrhundert sehen, dass auch die Knaben-Verkuppelung da- mals schwunghaft betrieben wurde.

Das Bordellwesen hat wohl niemals eine so raffinierte und bis ins einzelne geregelte Aus- bildung erfahren wie im Jahrhundert, wo der Epikuräismus im Bunde mit der schöngeistigen Richtung alle Annehmlichkeiten des Salons von diesen Stätten der Lust verlangte.

Je mehr 1 ibidem, S. Dühren, Neue Forschungen über de Sad- 7 — 98 - Einzelheiten durch die neueren Forschungen über das französische Bordellwesen in dieser Zeit auf- gedeckt werden, desto mehr erstaunt man über das einheitliche Ineinandergreifen so vieler kom- plizierter Faktoren, die aber alle auf das eine Ziel hinarbeiteten, Cytherens Pfade für den be- sonders schön zu bekränzen und zu ebnen, der das meiste G-old ausschüttend sie betrat.

Die Rekrutierung der Bordelle erfolgte in möglichst mannigfaltiger Weise. Neben Französinnen waren alle romanischen Völker in den Bordellen vertreten, von den ger- manischen am häufigsten Holländerinnen und deutsche Mädchen.

So wird aus dem Bordell der B a u d o i n eine Deutsche, Fräulein S t a i m - berg erwähnt, die die Aufmerksamkeit des Mar- quis de Montmorin erregte.

Auch Nege- rinnen waren öfter in Bordellen anzutreffen. Ja, die Brissault dehnte ihre Kupplertätigkeit auch auf die Klöster aus und holte sich z.

Kotz ebne er- zählt : ,,Eine davon steckte meinem G-efährten ihre Adresse in die Hand, die ich zum Scherz genau kopieren will: MUe. Adelaide, an, -palais royal, No.

Wer Lust hat sie zu suchen, der mag es tun. Cassel, S. Aber in dieser Epoche ganz besonders. Unsummen wurden hier ver- schwendet. Pour chacun son louis, on a bien ä souper et une jolie fille.

On dit que le prix est augmente ä trente-six livres et qu'il y aura des carosses de remise pour reconduire ces messieurs.

In den Bordellberichten der Dhosmont heisst es unter dem Er fragte mich, ob ich ihm nicht 10 bis 11 Louisdor auf einen Thaler-Wechsel von Eouen leihen könne, der in wenigen Tagen fällig sei.

Eine andere Art der Bereicherung war für viele Freudenhäuser das in ihnen stattfindende Glücksspiel, das ja in einer merkwürdigen Weise von jeher mit der Prostitution und dem Treiben der galanten Welt verknüpft gewesen ist.

Die Polizei übte aber eine scharfe Ueberwachung aus und bedrohte z. Ihre Schönheit, ihr Luxus und das Zusammen- strömen reicher Spieler hatten ihr Haus berühmt gemacht.

Aber es kamen, wie es damals üblich war, viele Betrügereien vor, und Szenen, die die Aufmerksamkeit der Polizei erregten.

Man zi- tierte die Besitzerin vor Herrn von Sartines, der ihr einen scharfen Verweis erteilte und' rhit schwerer Strafe drohte, falls diese Dinge nicht aufhörten.

Aber als neue Klagen über die Halsabschneiderei in ihrem ga- lanten Hause einliefen, wurde sie verhaftet und nach Sainte - Pelagie geführt, einem Inter- nierungsort für gewisse Nymphen, die man nicht ins Gefängnis bringen wollte.

Diese Männer, fast durchweg Yerbrechernaturen, beherrschten wie ja allgemein bekannt, ihre Mädchen mit einer absoluten Ge- walt. Ja, selbst die Bordellwirtinnen standen bis- weilen unter dem dämonischen Einflüsse dieser Elenden.

So liess sich die Kupplerin Hecquet noch in hohem Alter den Kopf von einem jungen 1 Bachaumont ,,Anecdotes piquantes' S. April So machte sich der Graf von F o d o a s einen Lebensberuf daraus, sich von seinen adligen Geliebten ernähren zu lassen und ihnen möglichst viel Geld abzunehmen.

Die alte Prinzessin von Nassau erleichterte er in sehr kurzer Zeit um 30 Francs. Die 50 jährige Gräfin von Schinfeldt musste noch mehr für seine Liebesbezeugungen bezahlen.

Er selbst er- zählte öffentlich alle Details seiner Liebschaften und rühmte sich des Geldes, das er auf so scham- lose Art erpresste. Jahrhunderts wiesen im allgemeinen die gleichen Einrichtungen auf.

Die ihr in jeder Beziehung sklavisch unter- gebenen Mädchen des Hauses waren fast alle sehr hübsch, aber von äusserster Schamlosigkeit, 1 Vergl.

Journal des iiispoctenrs de M. In den feineren Bordellen erhoben sich die Mädchen gewöhnlich um 8 Uhr morgens und nahmen zunächst das vorgeschriebene Bad.

Um 9 Uhr fand das gemeinsame Frühstück statt. Um 10 Uhr erschienen die Coiffeure. Um 11 Uhr war die einfache, aber sehr elegante Toilette beendigt.

Arme, Schultern, Busen, Beine, Füsse blieben nackt. Ein seidenes Korsett, ein leichtes Trikot von Fleischfarbe hob die Körperformen in raffinierter Weise hervor, ausserdem hüllte eine leichte Gaze den Körper ein, die durch die Bewegungen sich entfaltete und hier und da intimere Eeize er- blicken liess.

Andere spielten Guitarre oder Harfe und sangen dazu. Dies waren die Beschäftigungen vor und nach dem Diner. Am Morgen wurden die Stammgäste vorgelassen, die besonderen Liebhaber jedes Mädchens, unter dem Vorbehalt, nicht eifersüchtig zu werden und sich bei einem gegebenen Zeichen zurückzuziehen.

Dann wählte man nach Belieben seine Sultanin aus, und von dem Augenblicke an, wo man der Bordellmutter drei Louisdor für das Souper und das Nachtlager bezahlt hatte, durfte die erwählte Favoritin keinen anderen bis zum Morgen empfangen und musste nach den Vor- schriften des Hauses allen Phantasien, Kaprizen und Extravaganzen ihres Liebhabers entgegen- kommen.

Sie gehörte ihm, war sein Gut, er konnte darüber nach Belieben verfügen. Jedes Mädchen hatte einen für sich.

Nach der üblichen Begrüssung, übergab die Bordellwirtin dem heimlichen Besucher ein grosses, in Maroquin gebundenes, mit Eückenvergoldung versehenes Buch, das sogenannte ,, Buch der Schön- heiten" Livres des beautes.

Er durchblätterte es und bezeich- nete diejenige, die ihm am besten gefiel. Wenn der Herr generös war und z. Hatte die Bordellwirtin die Neigungen und Passionen ihres Klienten erfahren, so zog sie die G-locke des gewünschten Mädchens und diejenige, die die betreffende Passion oder besser Perversität an- zeigte.

Bei diesem Zeichen begab sich das' Mäd- chen sofort durch einen geheimen Gang in das bezeichnete Boudoir und erwartete hier den Lieb- haber. Ein gleichzeitiger Autor sagt : ,,Lä, l'homme le plus indecis ou le plus volage, peut donner carriere ä son inconstance ; tous ses goüts sont satisfaits successivement.

Attraits precoces, beautes müries par l'experience, blondes attendrissantes, amüsantes brunes, les objets pas- sagers de l'amour venal, dans ces ateliers de Venus, sont aussi varies que les caprices humains.

Les voulez-vous parees comme Junon, ou dans le deshabille des Gräces? Es ist dies der typische Bordell- roman par excellence, da alles, was darin er- zählt wird, sich fast ausschliesslich in Bordellen abspielt.

Wilde Orgien und Lärmszenen waren häu- fig in den Bordellen. So drangen einmal sechs junge unbekannte Männer in das Bordell der Dhosmont, veranstalteten dort einen grossen Skandal, erbrachen die Schränke und stahlen verschiedene Gegenstände.

Ein anderes Mal zertrümmerten vor demselben Bordelle mehrere Leute die Fenster von dem Verdecke einer Droschke aus und wollten mit Gewalt ins Haus eindringen.

Jahrhundert stellen die Wochenberichte einiger Bordell- inhaberinnen dar, die sie über alle Vorkommnisse in ihrem Hause an die Polizei erstatten mussten.

Sie sind durch Capon jetzt aus dem Dunkel der Archive ans Licht gezogen worden und bilden wohl das interessanteste Kapitel der Sittenge- schichte dieser Epoche, da sie in ihren bestimm- 1 Capon a.

Die Kupplerin Dhosmont hat wohl die um- fangreichsten Berichte dieser Art geliefert, die in Capons Buche beinahe 50 Seiten in Petit- druck einnehmen.

Sie hatte in der rue des Deux-Portes-Saint- Sauveur ein Bordell und erstattete jede Woche dem Polizeipräf ekten B e r r y e r einen genauen Bericht über alle Vorkommnisse in demselben.

Diese Notizen wurden von dem ersten Sekretär Duval in eine leserliche, orthographische Form gebracht und so Herrn B e r r y e r vorgelegt.

Diese Hefte sind nach Capon so umfangreich, dass sie ein Werk von mehreren Bänden bilden würden. Er hat nur den Bericht über das erste Halbjahr mitgeteilt.

Mir fällt ein, dass ich mich über die Adresse des Fräulein B r e z e getäuscht habe. Seit dem Dezember haben mich folgende Personen besucht: am Januar, wo sie nach einem ihrer Freunde schickten, um zu di- nieren, worauf sie noch bis 5 Uhr abends blieben.

Um 6 Uhr kam Herr von M o n d o r g e ,3 um 7 Uhr Herr von Longannay mit einem Freunde, dem Chevalier de Saint-Louis. Januar Herr Angot und zwei Freunde, die mit der kleinen D u f r e s n e und Fräulein A u b r y dinierten, welch letztere in der rue des Vieux-Augustins eine Chambre garnie in dem ersten Stockwerk hat, und mit Fräulein de L o r m e , die bei uns wohnt.

Gingen um 7 Uhr fort. Zur selben Stunde kamen Herr le P i 1 e u r d'A p 1 i g n y und Herr Chycoineau d e 1 a Ya 1 e 1 1 e die den Musiker E o m a i n und zwei andere Männer bei sich hatten, denen sie ein Souper gaben.

Sie gingen um IV2 Uhr früh wieder fort. Mercure de France". Zwei Parlamentsräte. Januar um 6 Uhr Herr de la Place. Ich weiss aber nicht, wer diese Mädchen den Herren zugeführt hat.

Um 4 Uhr nachmittags wurden die Bedingungen des Unter- haltes auf Francs für den Monat festgesetzt, unter der Voraussetzung, dass sie sich nicht aus dem Hause entferne.

Um 8 Uhr der Graf d'Aunay, der mir nicht mehr zürnt, trotzdem belästigt er die Mädchen und will nichts bezahlen. Januar, 2 Uhr nachmittags kam Fräulein C a u s o n , von Fräulein Lambert be- gleitet, um mich zu fragen, ob ich sie in Pension nehmen wolle, bis ihre Angelegenheiten besser geordnet seien und sie Herrn Bourgoin de Villepare verlassen habe, mit dem sie 5 bis 6 Tage sehr intim gelebt habe.

Er habe ver- sprochen, sie zu unterhalten, aber sei zuletzt, 1 Oberkontrolleur der Finanzen. Sie selbst sei verheiratet, sei aber von ihrem Gatten verlassen worden, der ihr empfoh- len habe, für sich zu sorgen, wie es ihr beliebe.

Ihre Begleiterin Lambert ist eine alte Prostituierte, die Tante der MUe. Sie ist sehr hübsch und erst 20 Jahre alt.

Da ich allein war und die Mädchen des Tages les demoiselles de journee ihr Gewerbe ausüben, habe ich sie behalten.

Um 7 Uhr Herr Seguier, der zwei Mädchen wünschte, um mit ihnen und zwei Preunden zu soupieren. Ich habe ihm Präulein de Bonnevaux gegeben, die bei ihrer Tante in der rue Guillaume wohnt, welche, wie es scheint, ihre Nichte am Tage ruhig ausgehen lässt.

Ihr Vater ist Koch und sie hat keine Mutter. Sie führt seit zwei Jahren dieses ungeregelte Leben. Uühren, Neue Forschungen über de Sade. Er hatte sie von einem anderen Lakaien, dessen Namen ich nicht kenne.

Dieser Dupre wohnt in der rue de Bussy im ersten Stock. Das Mädchen ist blond und etwa 18 Jahre alt. Mär z. Zur selben Zeit ein Herr aus Montpellier, wohn- haft in der rue des Petits-Champs, dessen Namen ich nicht kenne, der sich aber vom Morgen bis zum Abend nur damit beschäftigt, die Bordelle zu besuchen.

Um 5 Uhr ein sehr ruhiger Herr de Rougemont, der nur dem Glücksspiel hul- digt und zur Gesellschaft des Fontaine und des Y i 1 c 1 o s gehört, zwei spitzbübischen Spielern.

Um 8 Uhr habe ich Nanette zu dem Prinzen von Würt tembergi nach Passy geführt, wo er den Brunnen trinkt.

Er hatte mir die Ehre erwiesen, mich brieflich um ein Land- mädchen, keine andere, zu bitten. Ich habe Nanette als Bauerndirne verkleidet und sie für die Tochter eines Gärtners ausgegeben.

Sie schlief bei dem Prinzen, der sie bat, nach zwei Tagen wiederzukommen, ohne es mir mitzuteilen. Er würde sie nach seiner Rückkehr von Com- piegne für sich; behalten und ihr die Frau seines Kammerdieners zur Gesellschafterin geben.

Aber 1 Ludwig Eugen, l'riiiz von Württemberg, zweiter Sohn der Herzogin von W ü r 1 1 e m b e r g. Ich habe um 9 Uhr eine gewisse Madame Cruchotel.

Es ist der zweite der drei Brüder. Ostern verlegte die Dhosmont den Schauplatz ihrer Tätigkeit in ein kleines Haus in der rue Saint-Fiacre, das früher von einer Witwe Michelet als Absteigequartier für die ,,amoureux de passage" benutzt worden war, aber nicht den gewünschten Grewinn gebracht hatte.

Die Klientel folgte der Dhosmont, denn die- selben Personen, meist Lebegreise, erscheinen auch dort wieder in den Berichten. Ihre an den Polizeiinspektor Durocher gesandten Berichte wurden von 1 Capon a.

Er lässt sie in der dritten Person sprechen, als wenn er selbst alles gesehen hätte. Aus der Biographie lernen wir zunächst die Entwicklung der Baudoin vom Ereudenmäd- cheh zur Kupplerin und Dirnenlieferantin ken- nen.

Auch führte sie' gewöhnlich ihre Mädchen auf die öffentlichen Promenaden und in die Theater, um sie zu zeigen. Häufig fanden in ihrem Hause galante Soupers statt.

D u r o c h e r rühmt die Baudoin als Erau von feinem Benehmen. November Er bittet sie, ihm eine Mai- tresse zu suchen, da er seit einigen Tagen Witwer sei, indem die Tochter des Prokurators, welche sie ihm vor 5 Monaten verschafft habe, ihn ver- lassen habe.

Er werde am November in Paris sein, in seiner petite maison auf den Boulevards.

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